Motive - Glauben und Zweifeln

"Totentanz" - Gedanken und Gesänge über das Sterben. Gestaltung: Martin Gross

Seit dem 14. Jahrhundert gibt es sie, die Totentänze. Allegorische Darstellungen von Gruppen, die die Macht des Todes über alle sozialen Schichten versinnbildlichen. Immer wieder haben sie auch musikalischen Ausdruck gefunden.

Hugo Distler (1908 - 1942) ließ sich als Organist der Lübecker Marienkirche von dem dortigen (1942 zerstörten) Totentanz-Fresko und Texten von Angelus Silesius zu einer Totentanz-Komposition inspirieren. Dazu schrieb er 1934: "Besonders typisch für diese Art Gestaltung etwa ein Satz wie der fünfte Spruch, den ich 'Frau Welte' zu überschreiben geneigt wäre nach der bekannten Statue an der St. Sebalduskirche zu Nürnberg - eine nackte Frauengestalt von blühender Schönheit: ihr Rücken aber ist von Schlangen und Würmern zerfressen, ein Bild der Vergänglichkeit. Wie anders wäre sonst darstellbar jener gespenstische Reigen, jene 'Passacaglia' im wahrsten Sinne des Wortes, zu deren phantastisch bunten, unabsehbaren 'Veränderungen' immer der gleiche 'Ostinato' den Takt schlägt: 'Heint frisch, wohlmechtig, gsund, schön und prächtig; morgen verdorben, tot und gestorben?'"

Der Arnold Schönberg Chor hat dieses Werk aufgenommen und präsentiert es im Wiener RadioKulturhaus. Mit Renate Burtscher, den Schauspielern Peter Matic und Martin Schwab - und Gedanken der evangelischen Theologin und Religionspsychologin Susanne Heine.

Service

CD, Arnold Schönberg Chor, "Der Tod tanzt" von Hugo Distler, ASC Edition 9

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