Innovation.Leben

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StützPunkt - Ein Beschäftigungsprojekt in Oberösterreich unterstützt anerkannte Flüchtlinge beim Einstieg ins Arbeitsleben
Gestaltung: Beate Firlinger
Redaktion: Wolfgang Ritschl

"Das Besondere an StützPunkt ist, dass es nicht allgemein um arbeitslose und arbeitssuchende Personen geht, sondern speziell um die Zielgruppe der anerkannten Flüchtlinge", erklärt David See. Der Sozialmanager leitet das Projekt StützPunkt in Enns, das 2008 ins Leben gerufen wurde. Projektträger ist SAUM, die Sozial- und Ausbildungsinitiative Unteres Mühlviertel, die sich zum Ziel setzt, die gesellschaftliche Teilhabe von benachteiligten Menschen zu verbessern.

Die Arbeitsmarktintegration von anerkannten Flüchtlingen am Standort Enns wird vom AMS und dem Land Oberösterreich gefördert. Dazu stehen fünfzehn zeitlich befristete Transitarbeitsplätze offen. Das Angebot richtet sich an asyl- und subsidiär schutzberechtigte Personen, die Anspruch auf Mindestsicherung haben und Arbeit suchen. "Für jeden ist es belastend, wenn er arbeitslos ist. Dies gilt auch für die Flüchtlinge, die in ihrem Asylverfahren oft jahrelang nur zu Hause sitzen und nicht arbeiten dürfen, obwohl sie wollen", sagt David See. "Die Leute, die bei uns sind, wollen alle weg von der Mindestsicherung. Sie wollen alle arbeiten und sich integrieren und es ist ihnen sehr wichtig, sich selbst erhalten zu können."

Selbstvertrauen und Berufspraxis

Alle Teilnehmer werden voll versichert und im Ausmaß von 30 Wochenstunden beschäftigt. Daneben besuchen sie Deutschkurse, die ebenfalls finanziert werden. Ein Jahr lang können sie in verschiedenen Betrieben berufliche Praxis sammeln. Etwa bei der Sanierung von Wohnungen oder im Soma Sozialmarkt, den das Projekt StützPunkt seit 2010 in Enns betreibt. "In den ersten Monaten nach Projekteinstieg sehen wir schnell, dass sich das Selbstvertrauen wieder einstellt", erzählt David See. "Die Menschen merken, sie leisten etwas Sinnvolles und das wird auch wertgeschätzt."

Der Sozialmarkt von StützPunkt unterstützt auf der einen Seite Menschen mit geringem Einkommen, die hier Lebensmittel günstig erwerben können. Auf der anderen Seite arbeiten die Flüchtlinge, die die Waren abholen, einräumen, bepreisen und verkaufen. "Wir sind auf dieses Tätigkeitsfeld gekommen, weil viele Teilnehmer in den Einzelhandel wollen. Das können sie hier optimal trainieren", berichtet die Sozialpädagogin Birgit Sternbauer, die den Mitarbeitern im Sozialmarkt Enns zur Seite steht. "Und was besonders wichtig ist: Sie haben Kontakt zu anderen Leuten. Sie müssen sprechen und können ein bisschen die Scheu vor österreichischen Menschen verlieren."

Stabilisierung und Perspektiven

Die Frauen und Männer, die StützPunkt aufnimmt, sind aus den aktuellen Krisenherden der Welt geflohen. Sie kommen aus dem Irak und Iran, aus Kamerun, Tibet, Afghanistan oder Syrien. Viele kämpfen mit Fluchtraumata und leiden unter einer belastenden Wohnsituation, machen müssen Kinder versorgen. Um die prekären Lebenslagen der Geflüchteten zu stabilisieren, baut das Team die Teilnehmer und Teilnehmerinnen nicht nur beruflich, sondern auch persönlich auf. Im Anschluss an die Beschäftigung im Projekt StützPunkt gilt es, eine Stelle im ersten Arbeitsmarkt zu finden. Die Jobperspektiven gestalten sich schwierig, wenn Bewerber keine relevanten Vorkenntnisse mitbringen, weiß StützPunkt-Chef David See. "Wir haben aber viele Personen, die bei uns im Projekt waren und danach als Hilfsarbeiter eingestiegen sind. Die Firma hat gesehen, die Leute wollen arbeiten. Sie konnten in der Firma eine Ausbildung machen, sind jetzt noch immer dort und bestens integriert."

Verein Saum


Die Ö1 Sommerserie im Rahmen von Open Innovation

Mitte Mai hat eine Fachjury aus Ihren Einreichungen 16 Projekte ausgewählt, die von 4. bis 28. August 2014 jeweils Montag bis Donnerstag um 16:55 Uhr in Ö1 vorgestellt werden.

Alle 16 Projekte finden Sie hier

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