Innovation.Leben

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Freie Vitamine für Alle.
Die Wiener Neustädter Initiative "Obststadt" pflanzt im öffentlichen Raum Obst und Gemüse an. Ernten dürfen alle. Kostenlos.
Gestaltung: Tanja Malle
Redaktion: Wolfgang Ritschl

Den viel befahrenen Maria Theresien-Ring im Zentrum von Wiener Neustadt säumen hohe Laubbäume. Dahinter verbirgt sich der kleine Stadtpark. Nichts Ungewöhnliches. Kämen nicht hie und da Personen zum Ernten vorbei. Denn im Stadtpark von Wiener Neustadt gibt es auf rund 800 Quadratmetern Obst, Gemüse und Kräuter zum Mitnehmen. Etwa Marillen, Kirschen, Äpfel, Zucchini, Karotten, Kürbis, Petersilie, Rosmarin und Schöllkraut. Angelegt hat die verschiedenen Hochbeete, das Insektenhotel und die Kräuterschnecke Martin Mollay: "Hochbeete sind für den städtischen Raum optimal - man muss sich nicht bücken und Hunde kommen auch nicht so leicht ran."

Wiederbeleben einer alten Tradition

Martin Mollay ist Überlebenstrainer und Programmierer. Vor etwas mehr als zwei Jahren hat er im Stadtpark von Wiener Neustadt den ersten frei zugänglichen Obst- Gemüse- und Kräutergarten angelegt. Mittlerweile gibt es in Wiener Neustadt zehn solche Gärten. Um die sich Martin Mollay, Freunde und Unterstützer kümmern. "Mich hat als Überlebenstrainer lange Zeit der Gedanke beschäftigt, warum der Mensch im städtischen Raum keine fruchttragenden Pflanzen mehr etabliert." Früher war das anders, weiß Martin Mollay, "da gab es ganze Kirschen- und Nussalleen. Ich versuche, das wieder ins Leben zu rufen und die Leute nehmen das auch an."

Die meisten ernten, einige wenige klauen

Wesentlich größer als der Garten im Stadtpark ist jener in der Schmuckerau, einem großen Naherholungsgebiet in Wiener Neustadt. Hier ist das Gras kniehoch, Dutzende Obstbäume tragen bereits Früchte. Bis auf wenige Ausnahmen halten sich die meisten Besucher der Gärten an das "Fair Use"-Prinzip und beanspruchen nur eine angemessene Menge an Obst- und Gemüse für sich, erzählt Martin Mollay. "Manchmal kommen die Leute mit Taschen vorbei und graben die Pflanzen aus, um sie bei sich zu Hause anzupflanzen. Das sollte zwar nicht sein, lässt sich aber nicht immer verhindern." Das langfristige Ziel von Martin Mollay und seinem Team ist, Wiener Neustadt obstautark zu machen. Sprich: Man soll nicht mehr auf Zukäufe von anderswo angewiesen sein.

Der Garten im Netz

Wo in Wiener Neustadt gegenwärtig Nuss, Zwetschke, Birne und auf Ernte warten, lässt sich online recherchieren. Über die Website des Projekts kann man zum Beispiel Pate eines Obstbaumes werden. Oder einfach spenden. Welche Ausgaben für das Projekt Obststadt getätigt werden und was man benötigt, ist online aufgelistet. "Wir würden gerne unsere Obstgärten mit Wassertanks ausstatten, das würde uns das Gießen sehr erleichtern. Die Feuerwehr hat uns bereits zugesichert, dass sie die Tanks regelmäßig auffüllen würde."

Obststadt

Gärtner & Überlebenstrainer Martin Mollay

Die Ö1 Sommerserie im Rahmen von Open Innovation

Mitte Mai hat eine Fachjury aus Ihren Einreichungen 16 Projekte ausgewählt, die von 4. bis 28. August 2014 jeweils Montag bis Donnerstag um 16:55 Uhr in Ö1 vorgestellt werden.

Alle 16 Projekte finden Sie hier

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