Konzert am Vormittag

Rotterdam Philharmonic Orchestra, Dirigent: Valery Gergiev; Lisa Batiashvili, Violine.
Leos Janácek: Taras Bulba
Sergej Prokofjew: Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 d-Moll op. 19
Nikolai Miaskovsky: Symphonie Nr. 4
(aufgenommen am 13. September im De Doelen, Rotterdam, im Rahmen des "Gergiev Festival 2014"). Präsentation: Peter Kislinger

Das 3. Konzert des Rotterdamer Gergiew Festivals am 13. September stand unter dem Motto "Revolution im Osten und im Westen". Waleri Gergijew dirigierte Werke von Janá?ek, Prokofjew und die 1918 entstandene 4. Symphonie von Nikolaj Miaskowsky.
100 Jahre nach Ausbruch des 1. Weltkriegs wollte das Gergiew Festival einen "Überblick über die industriellen, sozialen, kulturellen und musikalischen Entwicklungen zwischen 1914 und 1918" bieten. Die drei Konzerte im großen Saal von De Doelen, die kammermusikalischen Darbietungen, Jazzkonzerte und Vorträge gruppierten sich um Ravel, Prokofjew, Schostakowitsch und deren Zeitgenossen.

Die Gagen für die jeweils drei Konzerte mit den Rotterdamer Philharmonikern überweist Waleri Gergijew seit Beginn des Festivals vor 18 Jahren dem Mariinski-Theater, dessen Chedirigent er seit1996 ist. Gergijew ist ein enger Freund Putins und wegen seiner Unterstützung für Putins Politik in der Ukraine im Westen heftig kritisiert worden.

Die georgische Geigerin Lisa Batiashvili erhielt die Einladung, das 1. Violinkonzert von Prokofjew zu spielen, vor eineinhalb Jahren. Ihre Zusage, sagt sie, war im Georgienkonflikt 2008 wegen Gergijews Parteinahme für Russland und gegen Georgien eine schwierige Entscheidung. Aber sowohl das Konzert als auch das Schicksal ihres Heimatlandes waren ihr, sagt sie, wichtig und so reifte in ihr der Plan, etwas zu unternehmen, um sich dem Publikum verständlich zu machen, ohne sprechen zu müssen.

Zugaben mag sie nicht sonderlich. Wenn sie welche gibt, dann mit Orchestermitgliedern, oder sie spielt Ortsbezogenes, um dem Publikum zu zeigen, dass sie sich für sein Land interessiert. Im vom russischen, aus Nordossetien stammenden, Dirigenten Gergijew dirigierten Konzert spielte sie als Zugabe "Requiem for Ukraine", ein kurzes im Juni 2014 entstandenes Solostück des Georgischen Komponisten Igor Loboda.

Georgien, so die 1979 in Tiflis geborene Geigerin, sei 2008 in einer der Ukraine vergleichbaren Lage gewesen. Die Ukraine fühle sich fast wie ihre Heimat an. Ihr Zugabe habe bewiesen, dass man mit Musik nicht aggressiv sein kann, denn Musik sei die friedlichste Sprache, in der man sich mitteilen und sich an das Gefühl und nicht an den Verstand wenden könne, ein Mittel, das es Künstlern gestatte, ihre Meinung kundzutun.

Playlist

Komponist/Komponistin: Leos Janacek/1854 - 1928
Titel: Taras Bulba - Rhapsodie für Orchester
* Andrijs Tod
* Ostaps Tod
* Prophezeihung und Tod des Taras Bulba
Orchester: Rotterdam Philharmonic Orchestra
Leitung: Waleri Gergiew
Länge: 23:00 min
Label: EBU

Komponist/Komponistin: Sergej Prokofjew/1891 - 1953
Titel: Konzert für Violine und Orchester Nr.1 in D-Dur op.19
* Andantino; Andante assai - 1.Satz
* Scherzo : Vivacissimo - 2.Satz
* Moderato; Allegro moderato; Moderato; Piu tranquillo - 3.Satz
Violinkonzert
Solist/Solistin: Lisa Batiaschwili / Violine
Orchester: Rotterdam Philharmonic Orchestra
Leitung: Waleri Gergiew
Länge: 23:20 min
Label: EBU

Komponist/Komponistin: Igor Loboda (*1965)
Titel: Requiem for Ukrain (für Violine solo)
Solist/Solistin: Lisa Batiaschwili / Violine
Länge: 03:50 min
Label: EBU

Komponist/Komponistin: Nikolai Mjaskowskij/1881 - 1950
Titel: Symphonie Nr.4 e-Moll op. 17 (1918)
* Andante, mesto e con sentimento - 1. Satz
* Allegro appassionato ma non troppo vivo - 2. Satz
* Largo, Freddo e senza espressione - 3. Satz
* Allegro energico e marcato - 4. Satz
Orchester: Rotterdam Philharmonic Orchestra
Leitung: Waleri Gergiew
Länge: 34:15 min
Label: EBU

Sendereihe