Motive - Glauben und Zweifeln

1. Im Namen Gottes: Religion und Gewalt
2. Der Welt verloren - Leben mit schweren Traumatisierungen
3. Religionslandschaft im Umbruch

1. Im Namen Gottes: Religion und Gewalt

Nicht erst seit dem Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo oder den Gräueltaten von IS und Boko Haram stellt sich die Frage: Sind Religionen per se gewalttätig? Stiften sie zu Mord, Krieg und Terrorismus an? In der westlichen Kultur, schreibt die britische Religionswissenschaftlerin Karen Armstrong, gehe "man heute fast selbstverständlich davon aus, dass Religion zwangsläufig mit Gewalt einhergeht."
Doch stimmt das? Warum spielt Religion in so vielen Konflikten eine Rolle? Genau darum dreht sich Karen Armstrongs Buch "Religion und Gewalt". - Gestaltung: Werner Bloch


2. Der Welt verloren - Leben mit schweren Traumatisierungen

Manche Menschen müssen Dinge erleben, die so schrecklich sind, dass sie eine tiefe seelische Verwundung, ein Trauma, davontragen. Sie sind tot, ohne wirklich tot zu sein. Der Psychologe und Sozialexperte der Diakonie Österreich, Martin Schenk, hat mehrere Jahre lang mit schwer traumatisierten Menschen gearbeitet und zitiert in seinem Kommentar unter anderem den 1943 von den Nazis gefolterten Jean Amery, der über seine Leiden schrieb: "Die Schmach der Vernichtung lässt sich nicht austilgen. Der gemartert wurde, ist waffenlos der Angst ausgeliefert."


3. Religionslandschaft im Umbruch

Das Verhältnis von Staat und Religionsgemeinschaften ist in Diskussion. Während die einen verstärkte Einmischung des Staates in innerreligiöse Belange beklagen - Stichwort Islamgesetz - befürchten andere einen zunehmenden gesellschaftspolitischen Einfluss von Religionsgemeinschaften - gerade auch angesichts einer wachsenden Zahl von Musliminnen und Muslimen in Österreich.
Laut Prognosen eines Forschungsprojektes der österreichischen Akademie der Wissenschaften wird etwa der Anteil von Musliminnen und Muslimen in Wien Mitte des 21. Jahrhunderts auf über 20 Prozent steigen. Demografen und Soziologinnen analysieren den Wandel in der religiösen Landschaft großer westlicher Städte. - Gestaltung: Kerstin Tretina


Moderation: Martin Gross

Service

Buch, Karen Armstrong, Im Namen Gottes. Religion und Gewalt, Pattloch Verlag

Forschungsprojekt der österreichischen Akademie der Wissenschaften

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