Konzert am Vormittag

Alte Musik im Konzert. Hofkapelle München, Leitung: Rüdiger Lotter; Sunhae Im, Sopran; Valer Sabadus, Countertenor. Johann Adolph Hasse: aus den Opern "Didone abbandonata", "Romolo ed Ersilia" und der Kantate "La Gelosia" * Christoph Willibald Gluck: aus den Opern "La semiramide riconosciuta", "Don Juan", "Ezio", "Paride ed Elena" und "Orfeo ed Euridice" (aufgenommen am 13. August im Riesensaal der Hofburg in Innsbruck im Rahmen der "Innsbrucker Festwochen der Alten Musik 2015"). Präsentation: Bernhard Trebuch

Maria Theresia war eben erst fünf geworden, da bekam sie schon eine Oper gewidmet: „Il Sesostrate“ von Johann Adolph Hasse.
Der deutsche Musiker, der sich so gut auf die Vertonung italienischer Opernlibretti (vor allem des Habsburger Hofdichters Metastasio) verstand, war dann auch der Musiklehrer der heranwachsenden Prinzessin. Kein Wunder also, dass Hasse der unumschränkte Lieblingskomponist der Kaiserin wurde: Er war für sie „der erste, der die Musik angenehmer und leichter gemacht hat“, wie sie einmal urteilte.
Ein anderer deutscher Opernkomponist, der in Diensten der Habsburger stand, Christoph Willibald Gluck, machte es Maria Theresias Ohren mit seiner Reformierung der musikdramatischen und lyrischen Formen nicht so leicht wie der in der damaligen Operntradition verankerte Hasse. Aber Glucks Opern prägten Maria Theresias Epoche und das Musikgeschehen an den Habsburgerhöfen. 1765 freilich, drei Jahre nach der Wiener Uraufführung von Glucks epochalem Werk „Orfeo ed Euridice“, das die Opernwelt veränderte, griff die Kaiserin doch lieber
auf den berechenbareren Maestro Hasse zurück, als es galt, eine Oper für die Hochzeitsfeierlichkeiten in Innsbruck anlässlich der Vermählung von Erzherzog Leopold mit der spanischen Infantin Maria Ludovica zu bestellen.

Im Sommer 1765 wurde Hasses „Romolo ed Ersilia“ in Innsbruck uraufgeführt, 250 Jahre danach klingt Musik aus dieser Oper am selben Ort im spannenden Umfeld anderer Musikdramatik aus der Feder Hasses und Glucks. In der „Gala für Maria Theresia“ erklingt ein glanzvoller Querschnitt durch das musikdramatische Schaffen jener zwei Komponisten, die das Leben der Habsburger Herrscherin am stärksten musikalisch begleiteten.
(Innsbrucker Festwochen der Alten Musik)

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