Motive - Glauben und Zweifeln

1. Ein Jahr neues Fortpflanzungsmedizingesetz
2. Streit um Homosexualität in der anglikanischen Kirchengemeinschaft
3. Islamgesetz in Österreich: Jetzt wird es ernst mit der Umsetzung

1. Samenspende, Eizellspende, Präimplantationsdiagnostik - und die Folgen: Ein Jahr neues Fortpflanzungsmedizingesetz

Am 21. Jänner 2015 wurde die Novelle des Fortpflanzungsmedizingesetzes im Nationalrat beschlossen. Die wichtigsten Neuerungen des nun geltenden Fortpflanzungsmedizingesetzes kurz zusammengefasst: Die Samenspende an lesbische Paare sowie an Dritte und die Eizellenspende werden erlaubt, und auch die bisher komplett in Österreich verbotene Präimplantationsdiagnostik (kurz PID) ist seither in Österreich in bestimmten Fällen zugelassen.
Die Österreichische Bischofskonferenz bezeichnete die Novelle vor einem Jahr als "ethischen Dammbruch und großen Irrtum". "Die Novelle des Fortpflanzungsmedizingesetzes anerkennt den medizinischen Fortschritt", meldete das Kinderwunschzentrum "Goldenes Kreuz". Wie sieht nun die konkrete Umsetzung aus? Wie groß ist der "Run" auf die Kinderwunschkliniken nach einem Jahr? Und: Wurden die versprochenen begleitenden Maßnahmen umgesetzt? Eine Zwischenbilanz ein Jahr nach dem Beschluss der Novelle des Fortpflanzungsmedizingesetzes. - Gestaltung: Maria Harmer


2. Gläubige Zweiter Klasse? Streit um den Umgang mit Homosexualität in der anglikanischen Kirchengemeinschaft

Die anglikanische Weltgemeinschaft streitet seit Jahren über den Umgang mit Homosexuellen. Die Gegensätze in den 38 Kirchenprovinzen könnten nicht größer sein. Im traditionell sehr konservativen Afrika wird Homophobie durch den anglikanischen Klerus offen propagiert, während die liberalen Anglikaner in der amerikanischen Episkopalkirche gleichgeschlechtlichen Paaren die Heirat erlauben und offen schwule Geistliche zu Bischöfen ernennen.
Als sich die Bischöfe der anglikanischen Kirchenprovinzen vergangene Woche im englischen Canterbury zu einem Krisengipfel trafen, war von allen Seiten erwartet worden, dass die anglikanische Gemeinschaft auseinanderfällt. Die Kirchenführung einigte sich aber auf "Konsequenzen" für die zu liberalen Anglikaner in den USA. Das Wort "Sanktionen" wird vermieden. Die Episkopalkirche wird in den nächsten drei Jahren von gemeinschaftlichen Entscheidungen ausgeschlossen. Aktivisten in der anglikanischen Kirche, die seit Jahren für die volle Gleichstellung Homosexueller eintreten, sprechen von einem unhaltbaren Zustand. Die anglikanische Kirche agiere wie im 19. Jahrhundert, als sie gegen die Abschaffung der Sklaverei gewesen sei. - Gestaltung: Bettina Prendergast


3. Islamgesetz in Österreich: Jetzt wird es ernst mit der Umsetzung

Heftige Diskussionen gab es, bevor es vor knapp einem Jahr beschlossen wurde: das neue Islamgesetz. Vom islamischen Religionsunterricht über das Recht auf muslimische Seelsorge in Gefängnissen bis hin zu den muslimischen Feiertagen ist nun alles in einem Gesetz für Muslime geregelt. Demnächst laufen einige Übergangsfristen aus. So müssen sich alle islamischen Moscheen und Vereine, wenn sie weiterhin religiös tätig sein wollen, unter das organisatorische Dach der Islamischen Glaubensgemeinschaft begeben, sonst droht ihre Auflösung mit 1. März. Und nur mehr bis Ende März darf es aus dem Ausland finanzierte Imame geben. Weiters ist da auch noch das islamische Theologie-Studium, das an der Uni Wien angeboten werden soll. Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Fuat Sanac, berichtet, wie und ob man bei der Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben auf Kurs ist. - Gestaltung: Andreas Mittendorfer


Moderation: Martin Gross

Service

Christ Church Vienna
The Archbishop of Canterbury
Diocese of London
All Hallows by the Tower
Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich
Privatklinik Goldenes Kreuz
Fortpflanzungsmedizinrechts-Änderungsgesetz 2015
Aktion leben

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