Hörbilder Spezial

"Hier möchte ich schlafen." Das Leben des Joseph Schmidt, der Mitte der 1920er als jüdischer Radio-Tenor im Berliner Rundfunk Starruhm erlangte und der 1942 nach neun Jahren Flucht vor den Nationalsozialisten in der Schweiz ein tragisches Ende fand. Feature von Andreas Kloner

"Nun, meine Herren, dann eben nicht. Aber eines kann ich Ihnen versprechen: Sie hören noch von mir!" - So die Worte des Sängers Joseph Schmidt, als dem Zwanzigjährigen die vakante Stelle eines Kantors in der Czernowitzer Synagoge verweigert worden war. Ablehnungsgrund sei weniger die geringe Körpergröße von 1,54 Meter, sondern dessen Sympathie für "weltliche Musikliteratur" gewesen.

Wenige Jahre später erklang die Stimme Joseph Schmidts nicht nur in Czernowitz, sondern im gesamten deutschsprachigen Raum, als er vom Berliner Rundfunk als Radio-Tenor für den Berliner Rundfunk engagiert und dort innerhalb kürzester Zeit zum absoluten Superstar aufgestiegen war. Während es bis heute viele Nachwuchs-Tenöre gibt, die versuchen, ihren Vorbildern wie Enrico Caruso oder Richard Tauber gerecht zu werden, zeichnete sich die Stimme Joseph Schmidts schon immer durch ihre unnachahmliche Einzigartigkeit aus.

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