Konzert am Vormittag

Hallé Orchestra, Dirigent: Louis Langrée; Lars Vogt, Klavier. Felix Mendelssohn Bartholdy: Die Hebriden, Ouvertüre op. 26 Robert Schumann: Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 54 Johannes Brahms: Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 73 (aufgenommen am 2. Dezember 2015 in der Bridgewater Hall, Manchester). Präsentation: Peter Kislinger

Die Hebridenouvertüre: Dichtung und Wahrheit
Unter dem Eindruck des Besuches der "Fingalshöhle" auf der Basaltinsel Staffa, sei Felix Mendelssohn Bartholdy das berühmte Thema zu seiner Hebriden-Ouvertüre eingefallen.
Die Fakten: Am 7. August 1829 übernachtete Mendelssohn auf der Isle of Mull. Er schrieb eine Karte nach Berlin. Zitat: "Auf einer der Hebrideninseln. Um euch zu verdeutlichen wie seltsam mir auf den Hebriden geworden ist, fiel mir eben folgendes bei." Er skizzierte ein Motiv, das er später in Rom ausarbeite und die Basis für die "Hebridenouvertüre" werden sollte. Datiert: 7. August.

Mendelssohn - grün im Gesicht
Am Morgen des 8. August ging die Fahrt weiter über die Isle of Mull; nach der etwa dreiviertelstündigen Schifffahrt gelangte man zur winzigen Basaltinsel Staffa, zur "sattsam berühmten" klingenden Höhle ("An Uamh Bhin" lautet der Name im schottischen Gälischen), wie Mendelssohns Begleiter schrieb. Mendelssohn schleppte sich an Land, "grün im Gesicht", wie Carl Klingemann, "der Freund meiner MusikSeele", unbestechlich festhielt.
Die Schilderung von Mendelssohns Begleiter wird immer noch Mendelssohn zugeschrieben. Am 8. August schreibt Klingemann ins Tagebuch: "Wir wurden in Booten ausgesetzt und kletterten am zischenden Meere auf den Pfeilerstümpfen zur sattsam berühmten Fingals Höhle. Ein grüneres Wellengetöse schlug allerdings nie eine seltsamere Höhle, mit ihren vielen Pfeilern dem Inneren einer ungeheuren Orgel zu vergleichen, schwarz schallend, und ganz zwecklos für sich allein daliegend, das weite graue Meer darin und davor."
Dieser, den Heinrich-Heine Leser verratende, Brief wurde mit der am Vortag geschriebenen Karte Mendelssohns zusammengeklebt. Mendelssohns Verleger wollte dem Werk den Titel "Fingals Höhle" verpassen, Mendelssohn wünschte schlicht "Die einsame Insel". Seine Erinnerung an die klingende Höhle: "die allerfurchtbarste Übelkeit."

Sendereihe

Gestaltung

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Mitternachtsjournal

DO | 25 Februar 2016