Konzert am Vormittag

Alte Musik im Konzert. FestspielOrchester Göttingen, Dirigent und Cembalo: Laurence Cummings; NDR Chor; Emily Fons (Susanna) und Ciara Hendrick, Mezzosopran; Christopher Lowrey, Countertenor; Colin Balzer, Tenor; Raimund Nolte und Andreas Pruys, Bass. Georg Friedrich Händel: "Susanna", Oratorium HWV 66 (aufgenommen am 5. Mai in der Stadthalle Göttingen im Rahmen der "Internationalen Händel-Festspiele Göttingen 2016"). Präsentation: Bernhard Trebuch

Nach Theodora präsentieren die Festspiele mit Susanna (HWV 66) ein weiteres Oratorium aus dem Jahr 1749. Nach den patriotischen Siegesoratorien bedeutet es eine Wende im Schaffen Händels. Die alttestamentliche Geschichte ist in der Kunstgeschichte ein beliebtes Motiv. Vielfach portraitiert wurde die standhafte Ehefrau, die nichts ahnend von zwei Lustgreisen beim Baden beobachtet wird. Auch der Auftritt vor den Richtern, die die vermeintliche Ehebrecherin zum Tode verurteilen, inspirierte Maler wie Rembrandt, Giorgione, Gentileschi oder Corinth.

Händel wählte diese Geschichte als Sujet und damit eine Heldin, die weder Königin noch Prophetin ist. Die pikante Erzählung aus dem Buch Daniel führte ihn zu großartigen Erfindungen in einer Musik, die auch komödienhafte Züge im Sinne der damals populären englischen Ballad Opera trägt. Susannas Tugend wird freilich in monumentalen Chören gepriesen.
(Internationale Händel-Festspiele Göttingen)

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