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Literarische Neuerscheinungen aus Österreich
"Hubertus". Auszug aus:"Postscriptum oder Der exquisite Kadaver - Eine Clownerie". Von Alexander Widner. Es liest Peter Uray. Redaktion: Michaela Monschein.

"Kein Wort über den Menschen, auch nicht über die Menschen. Diese Menschen, diese vermaledeiten Menschen, diese Menschen in ihrer kurzen Gegenwart, diesem Gespinst, das zwischen Vergangenheit und Zukunft zermalmt wird, diese Menschen in ihrem zerrenden Zeitbruchteil, da ist kein Weiterkommen, was soll das, wir wissen alles über den Menschenschlag, (...) die nicht anders wollen, weil sie nicht anders können, und wir wissen, dass alles im Gewohnten, das das einzig Bewährte ist, bleibt. Kein Wort mehr, ich rede zwar schon über den Menschen, aber nur, um nicht zu reden über ihn, alle wissen alles über alle (...)"

Das schreibt Alexander Widner und er meint es so, ganz genauso. Dieser Mensch, dieser Schriftsteller, hat in seinem Leben zu viel gesehen, um noch Illusionen zu haben. Er sieht uns, wie wir sind, wie er selbst ist, alle Schwächen aber auch alle Stärken. Anders als viele seiner Schriftstellerkollegen hat er nicht resigniert. Alexander Widner schreibt ganz einfach weiter. Und er stellt in seinem neuen Buch eine ganz entscheidende Frage: "Warum sollen wir nichts Neues fertigbringen, wir, als neue Menschen?"
(Wieser Verlag, 2016)

Alexander Widner
1940 in Wien geboren. In Kärnten und Niederösterreich aufgewachsen. Langjähriger Mitarbeiter der Kulturabteilung der Landeshauptstadt Klagenfurt. Lebt nach Aufenthalten in New York wieder in Klagenfurt. Veröffentlichungen (Auswahl): Stark wie ein Nagel (1996), Wozzek oder Das Leben liebt die Klinge (2006), NY 11235 (2007), Kreitzberg (2009), Gravesend (2011), Ashburns Knöpfe (2014) und Postscriptum oder der exquisite Kadaver - Eine Clownerie dem Ende zu (Wieser Verlag, 2016).
2015 Preis des Landes Kärnten für sein Lebenswerk.

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Aus: "Postscriptum oder Der exquisite Kadaver - Eine Clownerie"; Erzählung. Wieser Verlag 2016

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