Beispiele

Literarische Neuerscheinungen aus Österreich: "Überführungsstücke" von Ludwig Laher. Es liest Günter Rainer. Gestaltung: Daniela Wagner

Oskar Brunngraber ist Justizverwaltungsinspektor in einer Asservatenkammer. Wenn man von ihm auf eine Tour durch sein unterirdisches Reich des oberbayerischen Justizzentrums mitgenommen wird, tun sich ungeahnte Welten auf. Seit 25 Jahren archiviert der Beamte sogenannte Überführungsstücke, und das mit Begeisterung. Über seinen Schreibtisch wandern Drogen aller Art, Waffen, Kunstgegenstände, Gesteinsbrocken, Teddybären, Handys oder tierische Überreste wie etwa der Finger eines Orang-Utan. Die kriminellen Hintergründe kennt Brunngraber meist nur ansatzweise. Doch sein Erfindungsreichtum quillt förmlich über, und nicht zuletzt geben die Überführungsstücke im Hochsicherheitstrakt Anlass dazu, voller Sprachlust die Welt zu deuten und über sein eigenes Leben zu erzählen.

Ludwig Laher, Jahrgang 1955, lebt in St. Pantaleon und in Wien. Er arbeitet als Autor, Herausgeber und Übersetzter von Romanen, Erzählungen, Lyrik, Essays, Hörspielen und Drehbüchern. Seine Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Laher erhielt zahlreiche Literaturpreise. 2011 wurde er für den deutschen Buchpreis nominiert. Zuletzt von ihm erschienen: "Was hält mich. Gedichte" (Wallstein-Verlag 2015), "Bitter" (Roman, Wallstein-Verlag 2014), "Verfahren" (Haymon-Verlag 2011).

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Ludwig Laher: Überführungsstücke (Roman, Wallstein Verlag, 2016)

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