Fondazione Giangiacomo Feltrinelli

FILIPPO ROMANO

Ein Besuch im neuen Hauptgebäude der Stiftung Giangiacomo Feltrinelli in Mailand.

Das Vermächtnis des Verlegers.
Von Christina Höfferer

Am 16. Dezember 2016 öffnete die Stiftung Giangiacomo Feltrinelli mitten im modernen Zentrum von Mailand ihre Pforten für kritische Bürger/innen, die an der Entwicklung der Gesellschaft teilhaben wollen. Das Symbol für den kommunikativen Zugang der Stiftung ist die Architektur des Gebäudes: Sie kommt aus dem Büro der Schweizer Star-Architekten Herzog und De Meuron.

Die lichtdurchflutete, nach allen Seiten transparente "Glaskathedrale" mit weißen Verstrebungen ist eine moderne Reverenz an den Mailänder Dom. Die Stiftung Giangiacomo Feltrinelli widmet sich der Forschung auf Basis der Bibliothek des italienischen Jahrhundert-Verlegers.

Giangiacomo Feltrinelli wird am 19. Juni 1926 in Mailand geboren. Der Sohn aus reicher Familie schließt sich im zweiten Weltkrieg einer Kampfgruppe auf der Seite der Alliierten an und tritt der kommunistischen Partei bei. Immer mit dem Ziel, Literatur und Kultur zu einem günstigen Preis für alle zugänglich zu machen, gründet er 1955 den Verlag Giangiacomo Feltrinelli Editore.

Der Verleger, Mäzen und Kulturmensch reist nach Spanien, Algerien, Ghana und Kuba, wo er sich mit Fidel Castro verbündet. In der Nacht des 14. März 1972 wird Feltrinelli nahe Mailand bei einer Explosion getötet. Die offizielle Version lautet, er habe einen Hochspannungsmast in die Luft sprengen wollen; bis heute jedoch sind die Umstände des Todes von Giangiacomo Feltrinelli ungeklärt.

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