Kunterbunte Zwetschkenverwandtschaft

Kriecherl, Spänling, Kirschpflaume.
Der Obsortenexperte Bernd Kajtna über die Zwetschkenverwandtschaft.
Teil 4: Verschiedene Namen und Farben
Gestaltung: Renate Pliem

Sie sind nicht nur zwetschkenblau, sie sind gelb, golden, sogar weißlich: die Verwandten der Zwetschken aus der Pflaumenfamilie. Das Kriecherl zum Beispiel ist schon selten geworden. Es war früher eine wichtige Zuckerquelle, die Obstbäume standen bei Bauernhöfen. Man dörrte die kleinen, meist blauen Früchte oder brannte daraus Schnaps. Im Waldviertel gibt es ein außergewöhnliches - gelbes - Kriecherl, das in den letzten Jahren eine Renaissance erlebte.
Ein anderer Zwetschkenverwandter ist der Spänling oder Speindling. Er sticht durch seine besondere Form hervor, die sich nach oben hin verjüngt. Auch der Kern ist spitz und schmal. Andere Primitivpflaumen sind der Zwiespitz, der Biedling oder die Weißzwetschke.
Die Kirschpflaume gibt es noch nicht so lange in Österreich wie das Kriecherl oder den Spänling, doch sie hat sich hierzulande stark verbreitet. Sie wurde häufig als Unterlage bei Obstbaumveredelungen verwendet. Stirbt der veredelte Teil ab, wildern die Kirschpflaumen aus.
Die Zwetschkenverwandten trotzen den Mechanismen des Verkaufs im Supermarkt.
Sie schmecken erst dann gut, wenn sie "freiwillig" vom Baum fallen. Dann müssen sie so schnell wie möglich verarbeitet werden - zu Marmeladen, Kuchen, Chutneys und Schnaps.

Service

INTERVIEWPARTNER:

DI Bernd Kajtna
Arche Noah Gesellschaft für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt & ihre Entwicklung
A-3553 Schiltern

AUSSTELLUNG:

Zwetschke wild und artenreich
Am 16. September im Agrar-Bildungs-Zentrum Salzkammergut in Altmünster (OÖ)


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