Soldaten auf Pferden

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Till Firit liest Claude Simon.

"Das Pferd" von Claude Simon. Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer. Es liest Till Firit. Gestaltung: Nicole Dietrich.

Ein französisches Dragonerregiment verbringt die Nacht in einer Scheune, es befindet sich knapp vor der Westfront in Flandern. Der Ich-Erzähler und sein jüdischer Kamerad Maurice kommentieren in dieser dunklen Regennacht mit viel Sarkasmus die Monstrosität, die sie umgibt, und beobachten die Agonie eines malträtierten Armeepferdes. In seinen trüben, schicksalergebenen Augen spiegelt sich ihr eigener Tod und die Grausamkeit des Krieges.

Claude Simon, 1913 bis 2005, Repräsentant des Nouveau roman, veröffentlicht 1958 am Beginn seiner Schriftstellerkarriere, die 1985 im Literaturnobelpreis gipfelt, die Erzählung "Das Pferd". Der 42 Seiten lange Text nimmt viele Motive vorweg, die sich in Simons Romanwerk finden: 1960 etwa in seinem Antikriegsroman "Die Straße in Flandern", 1981 in "Georgica". Posthum ist "Das Pferd" nun erstmals auf Deutsch erschienen.

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Claude Simon, "Das Pferd". Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer. Berenberg Verlag 2017

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