Teilen und Tauschen

Über eine anthropologische Alternative des Wirtschaftens
Von Marlene Nowotny

Damit ständig Neues verkauft werden kann und die Umsätze steigen, muss das Alte schnell kaputt werden oder aus der Mode kommen. In langlebige Qualitätsprodukte zu investieren, ist den meisten zu teuer bzw. sie können es sich schlicht nicht leisten. Die "Sharing-Economy" macht das aber möglich: Teure Gerätschaften wie Waschmaschinen oder Autos werden geteilt, Rasenmäher und Kinderwägen verliehen, alte Kleidungsstücke verschenkt.

So verbraucht man in aller Regel weniger Ressourcen und Energie, weil schlicht weniger Neues nachproduziert werden muss. Doch selbst wenn sich diese alternative Form des Wirtschaftens weiter durchsetzt, könnte das Ergebnis enttäuschend sein. Denn der digitale Kapitalismus ist bereits drauf und dran die "Sharing Economy" zu vereinnahmen. Unzählige online-Angebote machen sich den neuen Trend zu Nutze, ohne dabei ökologisch zu agieren, einige sind arbeitsrechtlich mehr als bedenklich.

Welche gesetzlichen Rahmenbedingungen braucht also eine nachhaltige Tausch- und Teilwirtschaft? Wie kann verhindert werden, dass die Sharing-Economy nicht zum Monopol der Internetriesen wird? Und wie muss eine Gesellschaft funktionieren, die erfolgreich tauscht und teilt?

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