Schriftbilder von Bernhard Aichner

AICHNER

Passion auf Leinwand - Stille Helden

Bernhard Aichner: Schriftbilder
Ljuba Arnautovic: Im Verborgenen

Bernhard Aichner: Schriftbilder

Auf einem weißen Blatt Papier erschuf der Tiroler Schriftsteller Bernhard Aichner vor einigen Jahren die Mörderin Brünhilde Blum, Protagonistin der "Totenfrau-Trilogie". Ein internationaler Beststeller, der gerade in den USA verfilmt wird. Vom schriftstellerischen Erfolg verwöhnt kann sich Bernhard Aichner also entspannt zurücklehnen und sich auf etwas Neues einlassen: auf der Leinwand lebt er nun seine Faszination für Handschriften aus. "Schriftbilder" ist der Titel der Ausstellung von Bernhard Aichner, die ab dem 9. März in der TSV-Galerie am Salzgries in Wien zu sehen ist.- Gestaltung: Hanna Ronzheimer

Ljuba Arnautovic: Im Verborgenen

Auch sogenannte "kleine Leute" können Großes vollbringen - doch nur selten erfährt die Nachwelt davon. Ljuba Arnautovic ist die Enkelin der unbekannten Heldin Genoveva - und sie hat ihrer Großmutter ein Buch gewidmet. "Im Verborgenen" heißt Arnautovics Roman, der soeben im Picus Verlag erschienen ist. Darin erzählt die Autorin, wie man in einer Zeit politischer Wirren und menschlicher Kälte Haltung zeigen und Würde bewahren kann. Genoveva, Tochter tschechischer Einwanderer, ist gierig nach einem besseren Leben. Doch die Umstände im Österreich des jungen 20.Jahrhunderts sind ungünstig. Der 12.Februar 1934 war nicht nur ein Wendepunkt im politischen Österreich, sondern auch im Leben der jungen Genoveva. Ihr Mann, ein jüdischer Schutzbundkämpfer der Sozialdemokraten, muss fliehen. Genoveva kommt ins Gefängnis, die Kinder, darunter der spätere Vater der Autorin, werden nach Moskau ins Exil geschickt. Just in einer christlichen Bibelstunde lernt Genoveva nach ihrer Entlassung einen Juden namens Walter Baumgarten kennen. Im Herbst 1944 erhält dieser den Befehl, sich bei der Gestapo am Wiener Morzinplatz zu melden. Was einem Todesurteil gleichkam. Genoveva greift ins Schicksal ein und versteckt den Mann in ihrer Wohnung.- Ljuba Arnautovic hat die Geschichte ihrer Familie nach Berichten ihrer Großmutter in eine literarische Form gebracht. Ihr Roman handelt von politischen Wirren und menschlichen Irrungen, vom Leiden der Opfer und dem Schweigen der Täter. Und von Menschen, die ihr Schicksal nicht einfach hinnehmen. Am Schluss der Erzählung gibt es kein happy end, und die meisten der Protagonisten des Romans "Im Verborgenen" weilen auch nicht mehr unter den Lebenden. Dass sie deren Geschichte nun öffentlich gemacht hat, sei für sie notwendig gewesen, so die Autorin. Sie musste sie vor einem zweiten Tod bewahren - dem Tod durch Vergessen.- Gestaltung: Christa Eder

Service

TSV-Galerie
Picus Verlag
Lesung: Dienstag, 20. März um 19h in der Buchhandlung "Buchkontor", Kriemhildplatz 1, 1150 Wien, Tel +43 1 943 41 43 - 10; buch@buchkontor.at (russisches Buffet, Unkostenbeitrag 10 Euro, Anmeldung erbeten)
Hauptpräsentation am Mittwoch, 4. April um 19:30h. Im Anschluss sprechen der evangel. Bischof Michael Bünker und die Zeithistorikerin Heidemarie Uhl mit der Autorin; Moderation Renata Schmidtkunz. Albert Schweitzer-Haus, Garnisongasse 14-16 / Schwarzspanierstraße 13, 1090 Wien. Eintritt frei
Kostenfreie Podcasts:
Leporello - XML
Leporello - iTunes

Sendereihe