Zerstörtes Gebäude in Wien, 1927

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"Lager-Feuer"

Wie die Erste Republik scheiterte
Gestaltung: Martin Haidinger

Österreich ist heute das, was man eine "Konsensrepublik" nennt, in der sich alle Parteien an die parlamentarischen Spielregeln halten. Ob das in Zeiten eines verschärften Umgangstons und von professionellem "Dirty Campaigning" in Wahlkämpfen auch so bleibt? Es gilt wohl, Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen ...

Nach wie vor liegt der bewaffnete Konflikt der politischen Lager im Österreich der Ersten Republik wie ein Schatten auf der Geschichte unseres Landes. Umso wichtiger ist es, die Gründe für das Scheitern dieses Demokratieversuchs bis zum "Anschluss" 1938 gründlich zu analysieren. Neue Forschungsergebnisse geben Aufschluss:

Der Zusammenstoß zwischen monarchistischen Frontkämpfern und sozialdemokratischen Schutzbündlern in Schattendorf/Burgenland forderte 1927 zwei Tote. In einem peniblen Verfahren, das österreichische Juristen 2012 unter Leitung des Präsidenten des Wiener Straflandesgerichts Friedrich Forsthuber durchgeführt haben, wurde der darauf folgende Geschwornen-Prozess nachgestellt, dessen angebliches "Schandurteil" den Vorwand für den Brand des Justizpalastes bildete - mit durchaus überraschenden Ergebnissen ...

Ebenso neu sind die Resultate der Forschungen des Wiener Historikers Kurt Bauer zum Schutzbundaufstand im Februar 1934: Die bisher angenommenen Zahlen von Opfern und deren Zuordnungen zu den Bürgerkriegsparteien sind meist nicht korrekt. Und vom Juliputsch der Nazis 1934 war Hitler zwar vorher informiert - aber ob auch wirklich geplant war, den österreichischen Kanzler Dollfuß dabei zu ermorden?

Eine spannende Reise in eine düstere Zeit, deren Aufarbeitung allzu oft von der Polemik politischer Akteure der Gegenwart behindert wird.

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