Hase im Sonnenaufgang

DPA/PATRICK PLEUL

Gerhard Langer über Ostern und Pessach

"Von Freiheit, Tod und Auferstehung". Mit Ostern verbindet sich eine dunkle vorurteilsbehaftete Geschichte des Antijudaismus - aber auch die jüdische antichristliche Polemik ging mit dem Tod Jesu nicht zimperlich um. Gedanken darüber macht sich Gerhard Langer, katholischer Theologe und Judaist. - Gestaltung: Alexandra Mantler

Im westlichen Christentum begeht man heute Karsamstag, den Tag der Grabesruhe Jesu, bevor morgen Auferstehung gefeiert wird - im Judentum begeht man den ersten Tag des Pessachfestes, das gestern Abend begonnen hat und an den Auszug aus der Knechtschaft in Ägypten erinnert.

Judentum und Christentum werden wie alle großen monotheistischen Religionen gerne als männerdominiert wahrgenommen. Zweifellos ist dies nicht ganz von der Hand zu weisen. Und doch gibt es bedeutende Überlieferungen, die gerade nicht Männer in den Mittelpunkt stellen. So ist es auch in Bezug auf Pessach und Ostern. In der christlichen Überlieferung sind es Frauen wie seine Mutter Maria oder Maria von Magdala, die Jesus in seiner schwersten Stunde beistehen und als erste zu Verkündigern der Auferstehung werden.

In der jüdischen Tradition heißt es mehrfach, dass es den Frauen zu verdanken sei, dass Israel aus Ägypten, aus der Sklaverei befreit wurde. Demnach hätten die Männer längst alle Hoffnung auf Rettung aufgegeben und Israel für tot erklärt. Damit war die Weigerung verbunden, Geschlechtsverkehr mit ihren Frauen zu haben. Keine Zukunft, keine Nachkommen. Nach einer Variante war es die Schwester des Mose, Miriam gewesen, die auf ihre Eltern massiv eingewirkt hatte, doch nicht alle Hoffnung aufzugeben, worauf diese den Mose zeugten, der schließlich zur bedeutendsten Gestalt des Judentums werden sollte.

Nach einer anderen hätten die Frauen ihre Männer mit gutem Fisch, der sich durch Gottes Hilfe in ihren Krügen fand, und mit ein wenig Verwöhnung überreden können, mit ihnen zu schlafen. Die vielen Kinder, die daraus entstanden, wurden in der Folge aber nicht von den Frauen aufgezogen, sondern von Gott selbst, der sich im umfassendsten Sinn in elterlicher Fürsorge um die Babys kümmerte, sie versorgte und vor der Verfolgung durch die ägyptischen Soldaten rettete. Noch vor der Herausführung aus Ägypten werden die zentralen Weichen also in den Köpfen der Frauen gelegt, in ihrer Zuversicht und ihrem Zutrauen zu Gott, der sie nicht im Stich lässt.

Service

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Playlist

Komponist/Komponistin: Felix Mendelssohn-Bartholdy/1809-1847
Bearbeiter/Bearbeiterin: Ulf-Guido Schäfer /Arrangement
Album: MENDELSSOHN-BARTHOLDY: HARMONIEMUSIK FÜR BLÄSERQUINTETT
* 1. Intermezzo. Allegro appassionato -- (00:02:24)
Titel: Ein Sommernachtstraum, op.61 - Ausschnitte aus der Schauspielmusik in der Bearbeitung für Harmoniemusik (Bläserquintett)
Ausführende: Ma'alot Quintett
Ausführender/Ausführende: Stephanie Winker /Flöte
Ausführender/Ausführende: Christian Wetzel /Oboe
Ausführender/Ausführende: Ulf-Guido Schäfer /Klarinette
Ausführender/Ausführende: Volker Grewel /Horn
Ausführender/Ausführende: Volker Tessmann /Fagott
Länge: 02:00 min
Label: MDG 34517662

Sendereihe

Gestaltung

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