Kette

DPA/FREDERICO GAMBARINI

Zwillinge - verknüpfte Identität, verknotetes Bewusstsein

"Zu nahe" von Elisa Minth. Mit Dorothee Hartinger, Barbara Horvath, Michou Friesz, Susanna Wiegand, Eduard Wildner, Rainer Frieb, Michael Köppel. Ton: Elmar Peinelt. Schnitt: Stefan Wirtitsch und Manuel Radinger. Regie: Alice Elstner (ORF 2015).

"Ich bilde einen Daumen aus, du auch? Es sind Stummel, sie werden immer größer. Ich sehe nichts, ich fühle dich. Ich sehe dich auch nicht, doch wir sind da." Zwillinge. Gemeinsame embryonale Zeit, verknüpfte Identitätsbildung, verknotetes Bewusstsein. Kindheit, Jugend, Erwachsensein. Die Ich-Bildung viel später lernen als Einzelgeborene. Das Wir auftrennen müssen und sich auseinanderfädeln. Viel zu genau wahrnehmen. Immer schon mehr gewesen sein, als man selbst.

Die Schriftstellerin Elisa Minth lässt zwei Menschen gemeinsam körperlich werden und ihrer Wege gehen. Viel zu spät bemerken die Zwillinge, dass das eigene Handeln nicht ohne fatale Konsequenzen auf den anderen entschieden werden kann. Liebe und Nähe sind ein untrennbarer Zustand, der die eine an die Oberfläche und die andere in den Untergrund presst. Das bringt auf der einen Seite Leben und auf der anderen Seite den Tod hervor. "Weißt du wie das ist auf diese Seite der Medaille gefallen zu sein?"

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