Zum 90. Geburtstag von Hertha Kräftner

Hertha Kräftner, Briefe und Prosa. Es liest Eva Mayer. Gestaltung: Nicole Dietrich

Die Dichterin Hertha Kräftner, 1928-1951, wird bis heute in einem Atemzug mit Ingeborg Bachmann und Ilse Aichinger genannt. Tod und Melancholie, Sehnsucht und Liebe, Depression und Trauer durchziehen ihr dichterisches Werk. Georg Trakl und Rainer Maria Rilke gelten als ihre Vorbilder. Die Wiener Literaturszene - rund um Hans Weigel im Cafe Raimund - war von ihrer Begabung fasziniert.

Kräftner wächst in Wien und Mattersburg auf, in jener düsteren Kriegs- und Nachkriegzeit, die Ideale mit Ideen, Propaganda mit Urteilskraft verwechselt. Die junge Frau muss den Selbstmord des Großvaters, eine Vergewaltigung und den gewaltsamen Tod des Vaters, für den sie sich mitschuldig fühlt, erleben. Mit 23 Jahren nimmt sie sich das Leben. Sie hinterlässt rund einhundert Gedichte, einen Romanentwurf, einige kurze Prosatexte und Tagebuchaufzeichnungen.

Service

Aus: Hertha Kräftner, "Kühle Sterne. Gedichte, Prosa, Briefe", Wieser Verlag, 1997 / Suhrkamp TB, 2001

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