"Tatort war gestern"

Ein Jubiläums-Kunstsonntag mit kriminalistischer Ausrichtung

Den Ö1 Kunstsonntag gibt es seit ziemlich genau einem Jahr. Man könnte sagen, der Ö1 Kunstsonntag ist mit der Programmreform im Mai 2017 angetreten, dem allseits gefeierten Fernseh-"Tatort" Konkurrenz zu machen. Zumindest hat die zeitgleiche Ausstrahlung des "Tatort" schon die Konzeptgespräche zum Ö1-Kunstsonntag begleitet, und es ist angezweifelt worden, ob es am Sonntag Abend überhaupt ein Publikum für etwas anderes als "Tatort" geben kann.

Natürlich gibt es das! Und nach einigen Monaten Laufzeit hat ein Ö1-Hörer seine Begeisterung für den eingeführten Ö1-Kunstsonntag damit in Worte gefasst, dass dieser neue Ö1 Sonntagabend sein Leben verändert habe. Er sagte es kurz und prägnant so: "Tatort war gestern".

Für diese Jubiläumssendung haben wir eine einmalige Fusion des Tatort mit dem Kunstsonntag vorgenommen. Der "Tatort" ist die Begegnungszone der heutigen Sendungen, die allesamt kriminalistische Ausrichtung haben.

In der Filmkolumne Zoom-in wird das Liebesleben der Tatort-Ermittler und -Kommissarinnen unter die Lupe genommen; und im Zeitton-Extended wird der Fernsehkrimi als Gefäß experimenteller Musiken analysiert. In den "Neuen Texten" gibt es eine forensisch-literarische Rätselfuge von Ines Rössl - sie ist Rechtswissenschaftlerin und kommt für ein Gespräch ins Studio. Und "Radiokunst - Kunstradio" steuert Mini-Krimis der 2007 produzierten Reihe "Fuchs und Schnell" bei.

Dem deutschen Fernsehkrimi und im Speziellen dem "Tatort" hat der Wiener Philosoph Alfred Pfabigan seine kritische Analyse "Mord zum Sonntag" gewidmet, die 2016 im Residenz Verlag erschienen ist. Günter Kaindlstorfer hat damals mit Alfred Pfabigan für Ö1 ein Gespräch geführt - zu hören ist es kurz vor Mitternacht.

Musikalische Begleitung durch den Krimi-Abend kommt von Bernhard Fleischmann, der zahlreiche Filmmusiken produziert hat (wiewohl noch kein Krimi darunter ist) und zuletzt das Album "Stop Making Fans" herausgebracht hat.

Service

Bernhard Fleischmann
Radiokrimiserie Fuchs und Schnell

Alfred Pfabigan, "Mord zum Sonntag. Tatortphilosophie", Residenz Verlag, 2016

Sendereihe

Gestaltung

  • Anna Soucek