Liebesg'schichten und Bastlerkunst

Elizabeth T.Spira:Lessingpreis für Kritik

Der Künstler Rainer Prohaska

Elizabeth T.Spira: Lessingpreis für Kritik

Elfriede Jelinek hat ihn schon. Claus Peymann und der Philosoph Peter Sloterdijk haben ihn ebenfalls. Und in einigen Tagen wird ihn auch die Wiener Filmemacherin Elizabeth T. Spira überreicht bekommen: den "Lessingpreis für Kritik", der alle zwei Jahre in der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel verliehen wird - ein traditionsreiches Haus, in dem der Aufklärer Gotthold Ephraim Lessing viele Jahre lang als Bibliothekar gewirkt hat.
Elizabeth T. Spira, so heißt es in der Jurybegründung, gehe es mit ihren Filmen um "schonungslose österreichische Selbstbetrachtung in der Tradition Thomas Bernhard und Elfriede Jelinek", die 75-Jährige sei eine "Jahrhundertfigur des Fernsehens, auch außerhalb Österreichs". Den Lessing-Preis bekommt Elizabeth T. Spira für die Fernseh-Formate "Alltagsgeschichten" und "Liebesg'schichten und Heiratssachen".- Gestaltung: Günter Kaindlstorfer


Der Künstler Rainer Prohaska

Ratschengurte, Betonschalungsträger, Konstruktionsholz, Schraubzwingen und ähnliche handelsübliche Baumaterialien verwendet der Künstler Rainer Prohaska für seine architektonischen Gebilde. Diese sind begehbar und reagieren auf ihren Entstehungsort; zuletzt hat er sich dem Kunsthaus Wien und seiner Umgebung gewidmet. Entwürfe und Modelle für eine Brücke, die das Museum Hundertwasser mit dem - durch eine mehrspurige Straße getrennten - Donaukanal-Ufer verbindet, sind ab 9. Mai 2018 im Kunsthaus Wien ausgestellt.
Als Heißluftballon-Fahrer sammelte er praktische Erfahrungen, wie sperrige Objekte zusammengelegt und transportfähig gemacht werden. In China hat Rainer Prohaska Fahrräder mit Abfall-Materialien zu skurril anmutenden Bastler-Limousinen ausgebaut - und diese in Form eines Autosalons im Museum präsentiert. Ähnlich war die Vorgangsweise, als der Künstler die Donauschifffahrt in Angriff nahm. Er entwickelte einen selbst gebauten, modularen Low-Tech-Trimaran, mit dem er die Donau von Melk bis Sulina am Schwarzen Meer bereiste. Auf der Reise wurde das Schiff mit unterwegs erworbenen Materialien und Objekten ausgebaut.- Gestaltung: Anna Soucek

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Rainer Prohaska
Kunsthaus Wien

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