Samara Arena, Russland

AFP/MLADEN ANTONOV

Wenn von Fußball immer noch mehr zu sehen ist

Emotionen, Schmerz und Herzfrequenz in 16:9
Die Medialisierung des Fußballsports.

Schmerzverzerrte Gesichter, verletzte Extremitäten, der Tritt in die Eingeweide oder die triumphierenden Gesten der Spieler nach einem verwandelten Tor werden heute in hochauflösenden Fernsehbildern als "close-up" geliefert. Wenn nötig in Zeitlupe und immer wieder - nicht nur bei der ab 14. Juni in Russland beginnenden Fußballweltmeisterschaft. Profi-Fußball, das ist der Handel mit sündhaft teuren TV-Übertragungsrechten und Werbesekunden, die Inszenierung von möglichst viel Emotion auf dem Spielfeld und in der Bildregie. Der Weltfußballverband FIFA überträgt jedes einzelne WM-Spiel mit 37 HDR-Kameras, die erstmals aus jeder gewünschten Perspektive Hochkontrastbilder liefern. Zudem verwandeln so genannte "Wearables" die Spieler immer mehr zu Datenlieferanten, wenn am Körper befestigte elektronische Gadgets etwa Atemfrequenz, Blutdruck und innere Anspannung messen. Die Daten wiederum werden Teil der Berichterstattung über ein Spiel, das immer technikaffiner wird.
Wie hat sich die Fußballberichterstattung von der nüchternen zeitversetzten Mitteilung des Spielergebnisses bis hin zum medialen Großereignis gewandelt? Und welche Spuren hinterlässt die Macht des Fernsehbildes bei Spielern und Schiedsrichtern auf dem Platz? Eine Geschichte über den Wandel der Berichterstattung beim Fußball.

Gestaltung: Alexander Musik

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