Öffentlich-Rechtliche als Notwendigkeit

1. Buch: Warum die Demokratie Medien wie ORF, ZDF und BBC braucht

2. Estland: Wie BürgerInnen von der digitalen Verwaltung profitieren
Gestaltung: Katharina Gruber

1. Eine Demokratie braucht öffentlich-rechtliche Medien. Darin sind sich die 55 Autorinnen und Autoren des Buches "Public Open Space" einig. Das Buch wurde von den ORF-Mitarbeitern Konrad Mitschka und Klaus Unterberger herausgegeben. Es macht Vorschläge für die Zukunft, zeigt aber auch Probleme der Öffentlich-Rechtlichen auf.
Christian Fuchs von der Universität Westminster regt an, ein öffentlich-rechtliches YouTube für ganz Europa zu schaffen, um sich aus der Umklammerung von Google und Facebook zu befreien. Auch dass Sendungen wie in Österreich nur 7 Tage lang online abrufbar sein dürfen, hält er für falsch.

Auch Oxford-Professor Viktor Mayer-Schönberger nennt gesetzliche Beschränkung der Internetaktivitäten von ZDF oder ORF wörtlich "unsinnig". Das sei so, als würde man öffentlich-rechtlichen Medien in Zeiten des Farb-Fernsehens vorschreiben, nur Schwarzweiß zu senden.
Leonhard Dobusch von der Universität Innsbruck wiederum sieht neue öffentlich-rechtliche Aufgaben in einem Umfeld, das "zunehmend von Profitinteressen privater Plattformbetreiber und ideologischen Projekten privater Medieneigentümer dominiert wird". Sie müssten eigene digitale Räume schaffen und ihre Inhalte zum Beispiel auf der gemeinnützigen Plattform Wikipedia verfügbar machen.

Aber wie soll der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk in Zukunft finanziert werden? Manuel Puppis und Hilde Van den Bulck von den Universitäten Freiburg und Antwerpen zeigen deutliche Vorlieben für eine geräteunabhängige Rundfunksteuer oder Rundfunkabgabe und warnen vor einer Finanzierung aus dem Budget. Denn das mache abhängig von der Politik, wie die Beispiele Belgien und Niederlande zeigen.
"Public Open Space" ist bei Facultas erschienen.

2. Estland gilt als Digitalisierungsvorreiter. Die elektronische Krankenakte oder Online-Stimmabgaben bei Wahlen sind dort selbstverständlich. Taavi Kotka, der große Teile der estnischen Verwaltung digitalisiert hat, war letzte Woche beim GovTech Pioneers Festival in Wien. Er hat mit Katharina Gruber über die Vorzüge einer digitalen Verwaltung gesprochen.

Moderation und Redaktion: Franz Zeller

Service

Konrad Mitschka u. Klaus Unterberger (Hg.): Public Open Space. Zur Zukunft öffentlich-rechtlicher Medien. Facultas-Verlag.

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