Bassem Youssef

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Bassem Youssef, ägyptischer Satiriker im Exil

"Ich bin bloß ein Clown, warum haben sie Angst vor mir?" Der Satiriker Bassem Youssef und die Revolution in Ägypten. Feature von Christian Lerch

"Die Regierung möchte also verhindern, dass die Bevölkerung in Massen auf dem Tahrir protestiert? Dann soll sie besser nicht verlautbaren, dass ausländische Feinde Taschengeld und Fastfood an Demonstranten auf dem Platz verteilen".
Die Lügen und Widersprüche des Mubarak-Regimes waren eine reichhaltige Quelle für den Satiriker Bassem Youssef, erst auf YouTube, dann einige Monate später im Hauptabendprogramm des ägyptischen Fernsehens.

Mit seiner Gegenüberstellung von Wirklichkeit und politischer Propaganda konnte Bassem, im Brotberuf Herzchirurg, die Energie der Generation Tahir über zwei Jahre lang am Leben erhalten und das Land politisieren. Mehr als 30 Millionen Zuseher/innen lachten befreit auf, wenn Bassem, der Moderator der Show Al-Bernameg (‚Die Show'), die Lügen des Präsidenten, von Politikern oder der Medienelite offenbarte.

Zuweilen blieben ihm und seinen Zusehern das Lachen im Halse stecken, als etwa die Armee die Erfindung einer 'Anti-Aids-Maschine' öffentlich feierte, ohne jeglichen wissenschaftlichen Beweis: "Gerade als Mediziner war ich von dieser Propaganda besonders verärgert. Ich kann es nicht leiden, wenn Menschen die krank sind, auch noch belogen werden".

Das Mubarak Regime wurde vom Volk gestürzt, der Muslimbruder und Kurzeitpräsident Mohammed Mursi von Bassem mit Spot, Häme und Sarkasmus aus dem Amt gejagt. Nach dem Militärcoup unter der Führung des Generals Abdel Fattah el-Sisi wurde schnell klar, dass Bassem zu erfolgreich und für die Armeeführung zu einem Problem geworden war: "Nur schwache Regime verbieten Worte oder verhindern politische Satire".

2014 war Bassem Youssef gezwungen, in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus Ägypten zu fliehen und lebt seitdem im US-Exil. Dort findet er, nicht zuletzt durch die Präsidentschaft des ehemaligen Reality-TV-Stars Trump, eine Vielfalt an politischen Widersprüchen und Lügen vor.

Redaktion: Elisabeth Stratka

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