Klimts Kuss, Ausschnitt

AFP/DIETER NAGL

Das Begehren

City Science Talk
Die Kunst des Begehrens
Gestaltung: Elisabeth J. Nöstlinger

Nichts treibt uns Menschen so sehr an, als zu erreichen, wonach wir begehren. Begehren, das ist pulsierende Energie, verborgene Lust, die Vorstufe von Sex. Kaum ein anderer Maler als Gustav Klimt hat die begehrenswerte Frau so sinnlich lasziv und ikonenhaft starr dargestellt wie er. Dadurch hat er sie zum massenmedialen Werbeträger gemacht. Seine Zeit, die Epoche des Fin de Sie`cle war geprägt vom Aufbruch in eine Welt ohne Korsett.

Die Salonnie`re Margarethe Stonborough-Wittgenstein war dafür beispielgebend. Die Autorin Margret Greiner sowie der Musikwissenschafter und Sänger Bartolo Musil erzählen von der zukunftsorientierten Kraft dieser Zeit. Damals wie heute bedarf es für Veränderungen der "Begehrensenergie". Für den Soziologen Hartmut Rosa wird diese durch Werbung und Sehnsucht angeheizt, aber nie gestillt, denn sobald das Objekt der Begierde in die Wirklichkeit tritt, verliert es den Reiz des Begehrens.

Psychoanalytiker von Sigmund Freud bis Jaques Lacan haben sich mit diesem Phänomen auseinandergesetzt. Philosophen wie Robert Pfaller und Barbara Marte verbinden deren Erkenntnisse mit jenen der Philosophie und kommen zu dem Schluss, dass das Begehren in der Konsumgesellschaft das Einzige sei, um sich dem Exzess des Genießens zu entziehen.

Gestaltung: Elisabeth J. Nöstlinger

Service

Literatur:

Margret Greiner: Margaret Stonborough-Wittgenstein, Grande Dame der Wiener Moderne. K & S

August Ruhs: Lacan, Eine Einführung in die strukturale Psychoanalyse. Locker

Carolin Emcke: Wie wir begehren. Fischer

Svenja Flaßpöhler: Die potente Frau. Für eine neue Weiblichkeit. Ullstein

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