Ein amerikanischer Patriot aus Mannheim.

mit Irene Suchy.
Die Musik des Samuel Adler: 400 Werke, 90 Jahre, Mitglied der American Classical Music Hall of Fame und deutsches Bundesverdienstkreuz.

Vor dem Orchester - zum heutigen Konzertabend mit dem RSO Wien im Großen Musikvereinssaal:
- vor dem Dirigierabschlusskonzert - zwei der fünf Kandidaten des Dirigier-Abschluss-Konzertes ihres Studiums an der mdw erzählen, bevor sie heute abend Nielsen, Prokofjew und anderes dirigieren.

Der vor 90 Jahren in Mannheim geborene Samuel Adler wurde als Sohn des Mannheimer Kantors Hugo Chaim Adler und dessen Frau Selma Rothschild geboren. Nach der Reichspogromnacht wurde der Vater im Konzentrationslager Dachau inhaftiert und zur Auswanderung gezwungen. Die Familie floh Ende 1938 in die USA, die Begeisterung und Flexibilität für das neue Land konnte gemeinsam mit der Liebe zum verlassenen Heimatland bestehen.

Sam Adler studierte von 1943 bis 1947 Musik an der Boston University, 1948 bis 1950 an der Harvard University: u. a. bei Aaron Copland, Paul Hindemith, Paul Pisk, Walter Piston und Randall Thompson, und Dirigieren bei Serge Koussevitzky, auch inTanglewood.

Während seines Wehrdienstes im Koreakrieg gründete er für die United States Army das Seventh Army Symphony Orchestra, das er in mehr als 75 Konzerten in Deutschland und Österreich dirigierte. 1953 erhielt er eine Stelle als Musikalischer Leiter am Temple Emanu-El in Dallas. Dort betreute er auch das Dallas Lyric Theatre und den Chor. Danach war Adler von 1957 bis 1966 Hochschullehrer für Komposition am College of Music der University of North Texas und in derselben Funktion bis 1995 an der Eastman School of Music in Rochester (New York). Seit 1997 ist er Hochschullehrer an der Juilliard School, an der er im akademischen Jahr 2009/10 den William Schuman Scholars Chair innehatte.

Adlers Werke werden auf diesem Album auch von seiner Frau Emily Freeman-Brown dirigiert.
Aus dem überreichen Oeuvre ist Symphonisches, Tänzerisches und Chormusik zu hören.

Adler hat auch Bücher zur Musik geschrieben: Choral Conducting (1971), Sight Singing (1979) und The Study of Orchestration (1982). Er war 2004 als Composer in Residence Fellow an der American Academy in Berlin. Im Mai 2001 wurde er Mitglied der American Academy of Arts and Letters und wurde im Oktober 2008 in die American Classical Music Hall of Fame aufgenommen. Im Mai 2018 erhielt Adler das Bundesverdienstkreuz in New York.

Service

Samuel Adler: One Lives But Once. Eine CD Box aus vier Cds, erschienen bei Outhere Music.

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