Höhleneingang von innen

APA/dpa/Peter Steffen

Hinab in die Tiefe

Eine Kulturgeschichte der Höhlenforschung. Mit Johannes Mattes, Höhlenforscher und Historiker an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sowie Autor des Buchs "Reisen ins Unterirdische: Eine Kulturgeschichte der Höhlenforschung in Österreich bis in die Zwischenkriegszeit".
Gestaltung: Daphne Hruby

Höhlen haben die Menschen schon immer in ihren Bann gezogen. Ob nun als Rückzugsort, als Orakelstätten, als Schatzkammer oder als geheimnisumwobener Schauplatz romantisierender Märchen.

Dabei wurden die Höhlen gleich selbst zu Kunstwerken. Die ältesten Malereien prangen auf ihren Wänden. Aber auch Gedanken auf philosophisch höchster Ebene haben dort ihren Schauplatz, denken wir nur an Platons Höhlengleichnis.

Etwas später trieb die Menschen vor allem die Gier in die Tiefen hinab. Ende des 16. Jahrhunderts befahl etwa der Kaiser des Heiligen Römischen Reichs und Erzherzog von Österreich, Rudolf II., eine Expedition ins niederösterreichische Ötscherhöhlensystem zu unternehmen, um nach Gold und anderen wertvollen Rohstoffen zu suchen. Einfache Bergknappen hingegen versuchten nur ihren Lebensunterhalt in den Höhlen zu bestreiten - unter kräftezehrenden und gefährlichen Bedingungen.

Auch die Wissenschafter entdeckten die Höhlen für sich. Bereits im Grimm'schen Wörterbuch ist von der Höhlenforschung die Rede. Professionell erkundet und topografisch dargestellt wurde die Welt unter der Oberfläche dann ab dem späten 19. Jahrhundert. 1923 wurde in Österreich das "Speläologische Institut" - spelaeum ist das lateinische Wort für Höhle - gegründet.

In Österreichs Geschichte spielen Höhlen eine zentrale Rolle. Hierzulande gibt es etwa 16.000 davon - und es werden immer mehr. Immer wieder entdecken Forscher/innen bisher unbekannte Höhlen in Österreich.

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