Sabine Scholl über die Suche nach der eigenen Identität

"Das Gesetz des Dschungels". Von Sabine Scholl. Es liest Karola Niederhuber. Gestaltung: Daniela Wagner

Veronika ist 35 Jahre alt, Krankenschwester und Alleinerzieherin. Sie lebt mit ihrer kleinen Tochter in einer oberösterreichischen Provinz, in der Nähe ihrer Eltern. Veronika sieht anders aus als die restlichen Bewohner des Ortes. Die Haare zu dunkel, die Nase zu groß, die Stimme zu rau. Legenden ranken sich um sie. Veronikas Mutter arbeitete hart an der Angleichung ihrer Tochter, die nie ganz gelingen wollte. Und sie ließ sie lange im Unklaren über die Identität ihres leiblichen Vaters.

Durch einen Zufall erfährt Veronika, dass ihr Vater Singhalese ist und in Sri Lanka lebt. Sie wünscht sich nichts sehnlicher, als ihren Vater zu treffen und begibt sich auf die Reise zu einem Unbekannten in ein fremdes Land.

Die 1959 geborene Autorin Sabine Scholl wuchs im oberösterreichischen Grieskirchen auf. Scholl studierte Germanistik, Geschichte und Theaterwissenschaft in Wien. Danach unterrichtete sie unter anderem am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Gastprofessuren führten sie nach Portugal und Japan. Sie lebt heute als freie Schriftstellerin in Berlin. Zuletzt erschienen von Sabine Scholl die Romane "Wir sind die Früchte des Zorns" (2013) und "Die Füchsin spricht" (2016). Scholls Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Im Frühjahr 2018 erhielt die 59-jährige Autorin den renommierten Anton-Wildgans-Literaturpreis.

Service

Sabine Scholl, Das Gesetz des Dschungels. Secession, 2018

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