Resumée des Reisens

Martin Amanshauser: Die Amerikafalle
Désiree Vasko-Juhász: Die Südbahn

Martin Amanshauser: Die Amerikafalle

Eigentlich wollte der Schriftsteller und Reisejournalist Martin Amanshauser einen Gedichtband herausbringen. Wenig davon begeistert, schlug ihm seine Agentin vor, seine Reisenotizen aus den USA in Buchform zu verarbeiten. So entstand aus Amanshausers viermonatigen Amerika-Aufenthalt als "Writer in Residence" an der "Bowling Green State University" das Buch "Die Amerikafalle oder: Wie ich lernte die Weltmacht zu lieben". Darin räumt der Autor mit einigen Klischees auf und erzählt von seinen überraschend positiven, wie auch negativen Beobachtungen und Erlebnissen in dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Kurios ist beispielsweise, dass nach Amanshausers Erfahrung in den USA im Straßenverkehr kaum gehupt wird und man nie zu schnell oder zu langsam fährt. Oder dass US-Amerikaner zur Obrigkeitshörigkeit neigen, sei es gegenüber einem Polizisten oder auch nur gegenüber einem Kinderfußballtrainer. Wer eine solche Position inne hat, dem werde nicht widersprochen. Das könnte auch ein Grund für den Erfolg von Donald Trump sein, spekuliert Martin Amanshauser. Zumindest bei jenen, die noch immer unbeirrt zu ihm stehen. Jene, die ihn nicht gewählt haben, würden indessen unter den "Peinlichkeiten" ihres Präsidenten leiden - vor allem international gesehen, auch wenn sie das nicht gerne zugeben und nach Außen Amerika vehement verbal verteidigen. Der Untertitel des Buches, "Wie ich lernte, die Weltmacht zu lieben", ist übrigens polemisch zu lesen, betont Amanshauser - wer würde schon eine Weltmacht lieben wollen. Ihm gehe es vielmehr darum, die Menschen in dem so widersprüchlichen Land etwas besser zu verstehen.- Gestaltung: Ursula Mürling-Darrer


Désiree Vasko-Juhász: Die Südbahn

Vor 150 Jahren, im Sommer 1848, begann man mit dem Bau der Semmeringbahn, der ersten normalspurigen Gebirgsbahn Europas. Entlang dieser Bahnverbindung entstanden Villen, Pensionen und nicht zuletzt das pompöse Südbahnhotel, das den Semmering bald zum Sommerfrischeziel einer internationalen Oberschicht werden ließ. Die Kunsthistorikerin Désiree Vasko-Juhász verbrachte am Semmering ihre Kindheit - und erinnert sich noch recht lebendig an das luxuriöse Südbahnhotel, das in den frühen 1970er Jahren geschlossen wurde. Soeben ist von Désiree Vasko-Juhász das Buch "Die Südbahn. Ihre Kurorte und Hotels" im Böhlau Verlag erschienen. Die Autorin begibt sich in dieser Neuauflage von 2006 auf die Spuren der Südbahngesellschaft. Mit dem Bau der Bahnlinie vom Wiener Südbahnhof bis zum Hafen von Rijeka witterte die Südbahngesellschaft ein lukratives Geschäft, das weit über den Fahrkartenverkauf hinausgehen sollte.- Gestaltung: Hanna Ronzheimer

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