Waldbauernbub, Dichter, Journalist

Peter Rosegger und seine Zeit. Mit Gerald Schöpfer, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Graz.
Gestaltung: Isabelle Engels

Peter Rosegger wurde am 31. Juli 1843 im steirischen Alpl/Krieglach als erstes von sieben Kindern eines Bergbauernpaares geboren. Da er für eine Hofübernahme körperlich zu schwach war, begann er eine Lehre bei einem Wanderschneider. Dabei lernte er viele Leute, Höfe und Bräuche kennen - Stoff für seine ersten Texte.

Peter Rosegger hatte das Glück, dass sein Talent erkannt und gefördert wurde. So erhielt er die Möglichkeit, bei der Grazer Tagespost seine Schriften zu publizieren und eine Handelsakademie zu besuchen. Danach war er als freier Schriftsteller tätig. Bekannt wurde Peter Rosegger als Heimatdichter, vor allem durch Romane wie " Die Schriften des Waldschulmeisters" und sein Erinnerungswerk "Die Waldheimat" (1877).

Mit seinen Büchern brachte er einer großen Leserschaft das bäuerliche Leben näher. Weniger bekannt ist Roseggers Wirken als kritischer Journalist. Als Chefredakteur der Monatsschrift "Heimgarten" kommentierte er zahlreiche gesellschaftspolitische Probleme seiner Zeit, wie Landflucht und Industrialisierung, und er war ein Vordenker in den Bereichen Naturschutz und Bildung.

In anderer Hinsicht wiederum war Peter Rosegger ein Kind seiner Zeit. Er hielt wenig von abstrakter Kunst und pflegte ein sehr konservatives Frauenbild. Doch insgesamt bemühte er sich um eine humanistische Grundhaltung und lehnte Formen des Extremismus ab.

Peter Rosegger starb am 26. Juni 1918 in seinem Krieglacher Landhaus. Seine Werke sind auch heute sozialgeschichtlich relevant, dokumentieren sie doch die rasanten Veränderungen einer Epoche, die von der Revolution 1848, über die Gründerzeit und den Imperialismus bis zum Ende der Monarchie reicht.

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