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Das Quartett der Denker

Wie vier Philosophen Neuland erkundeten
Von Nikolaus Halmer

Zwischen 1919 und 1929 entfaltete sich eine außerordentliche philosophische Produktivität, die mit den Namen Martin Heidegger, Ernst Cassirer, Walter Benjamin und Ludwig Wittgenstein verbunden ist. In seinem jüngst erschienen Buch "Zeit der Zauberer" skizziert Wolfram Eilenberger deren innovatives Denken, jedes für sich ein Sprengsatz für Traditionen in der Philosophie.

Martin Heidegger kritisierte in seinem 1927 veröffentlichten Werk "Sein und Zeit" den Rationalismus und cartesianischen "Cogito ergo sum". Denn das Dasein des Menschen, so Heidegger, gehe über das bloße Denken hinaus. Weit über die Sphäre des Logos hinaus bewegte sich auch Ernst Cassirer, den die labyrinthischen Verzweigungen des Irrationalen, des Unbewussten und die prälogische Welt der Mythen faszinierten.

Der intellektuelle Nomade Walter Benjamin lehnte den Dogmatismus der akademischen Philosophie ab und bewegte sich lieber in einem intellektuellen Gedankenkontinuum zwischen jüdischer Theologie und marxistischer Theorie. Schließlich bezeichnete Ludwig Wittgenstein die "großen philosophischen Probleme" als "Geistesstörungen", die zu fixen Ideen führten, die das menschliche Leben verengten.

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LITERATUR:

Wolfram Eilenberger: Zeit der Zauberer. Das große Jahrzehnt der Philosophie 1919 - 1929, Klett-Cotta Verlag

Walter Benjamin: Das Passagen-Werk, Suhrkamp Verlag

Ernst Cassirer: Philosophie der symbolischen Formen, Felix Meiner Verlag

Martin Heidegger: Sein und Zeit, Max Niemeyer Verlag im Walter de Gruyter Verlag

Ludwig Wittgenstein: Tractatus logico-philosophicus, Suhrkamp Verlag

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