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ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Kommunaler Wohnbau im Wiederaufbau

1951 - Per-Albin-Hansson-Siedlung

"Die Per-Albin-Hansson-Siedlung ist spannend, weil man da 30 Jahre kommunalen Wohnbau nachvollziehen kann", sagt Gudrun Hausegger. Sie ist Architekturhistorikerin und Kritikerin beim Magazin "Architektur Aktuell". 1947 wurde der erste Baustein gelegt und 1977 war mit dem Olof-Palme-Hof die Siedlung komplett. Heute leben dort 14.000 Einwohner in 6.000 Wohnungen. Das entspricht der Einwohner-Zahl von Eisenstadt.

Der kommunale Wohnbau der Nachkriegszeit unterscheidet sich grundlegend von jenem der Zwischenkriegszeit, sowohl architektonisch als auch vom sozialen Gedanken her, sagt Gudrun Hausegger: "In den '20er-Jahren gab es einen sehr hohen sozialen Anspruch. In den '60er-Jahren ging es vor allem darum, viel Wohnraum in möglichst kurzer Zeit zu bauen. Diese Plattensiedlungen waren nicht mehr von dieser großen sozialen Gesamtidee geprägt, die ist nach dem zweiten Weltkrieg nicht mehr wieder auferstanden."

Architektur: Simony, Wörle, Schuster, Pangratz
Fertigstellung erster Bauteil: 1951
Adresse: 1100 Wien

Gestaltung: Natasa Konopitzky

Service

Mit der Sendereihe "Hundert Häuser" wird eine Geschichte Österreichs anhand seiner Architektur erzählt - vom Jahr 1918, in dem am 12. November die Erste Republik ausgerufen wurde, bis zur Gegenwart. Für jedes Jahr steht ein historisch bedeutendes, architektonisch spannendes oder eine Epoche prägendes Bauwerk, das in jeweils einem Radiobeitrag porträtiert wird. Zu hören ist die hundertteilige Reihe von Montag bis Donnerstag um 17:25 Uhr, von Mitte Mai bis 12. November 2018.

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