Hypo-Gebäude

MARTINA FRÜHWIRTH

Scheitern als Leitmotiv

2009 - Hypobank Klagenfurt

"Außen eine expressive Architekturskulptur, innen ein Gewirr von Resträumen, in dem irgendwie Arbeitsplätze angeordnet sind, zum Teil dunkel, zum Teil überbelichtet" - so urteilte der Architekturtheoretiker Otto Kapfinger 1999 über jenes Bauwerk, das gut zehn Jahre später das Symbolbild für den Hypo-Skandal werden sollte.

Draußen, in der Peripherie von Klagenfurt, türmen sich gewaltige Volumina scheinbar willkürlich in luftige Höhen. Der Architekt Thom Mayne zitierte mit seinem Entwurf für die Konzernzentrale der Hypo Alpe Adria die Ackerschollen der umliegenden Felder. Die Felder sind so wie auch die Bank Geschichte. Heute bilden Einkaufszentren, ein Kinocenter und verwaiste Parkplätze eine wenig charmante Kulisse für jenes Bauwerk, das zum Symbol für jene kapitalen Fehler wurde, deren Rechnungen noch lange nicht beglichen sind.

Architektur: Thom Mayne / morphosis
Verstaatlichung Hypo: 1999
Adresse: 9020 Klagenfurt, Alpen-Adria-Platz

Gestaltung: Martina Frühwirth

Service

Mit der Sendereihe "Hundert Häuser" wird eine Geschichte Österreichs anhand seiner Architektur erzählt - vom Jahr 1918, in dem am 12. November die Erste Republik ausgerufen wurde, bis zur Gegenwart. Für jedes Jahr steht ein historisch bedeutendes, architektonisch spannendes oder eine Epoche prägendes Bauwerk, das in jeweils einem Radiobeitrag porträtiert wird. Zu hören ist die hundertteilige Reihe von Montag bis Donnerstag um 17:25 Uhr, von Mitte Mai bis 12. November 2018.

Sendereihe

Gestaltung

  • Martina Frühwirth

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