Küniglberg

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Schönbrunn auf schlank

1973 - ORF-Zentrum Küniglberg

Auf dem Küniglberg im Westen Wiens gelegen, ist das ORF-Zentrum die gemeinsame Heimstatt der nationalen TV-Sender des Österreichischen Rundfunks. Ein wenig erinnert die Anlage an das nahe Schloss Schönbrunn. Da ist eine gewundene Auffahrt zu einem Platz mit Teich vor dem Eingang zum voluminösen Haupttrakt. Eine bewusste Inszenierung des Architekten Roland Rainer.

Er wollte offene Raumverhältnisse schaffen: "Es gibt keine Verkleidungen der Tragwerke, auch innen sind die Deckenkonstruktionen sehr oft frei belassen und ebenso offen gezeigt, wie die zahllosen Leitungen, die ja als Adern das Gebäude mit Wärme, mit Licht, mit Nachrichten versorgen". Doch längst musste der offene Charakter des Gebäudes neuen Brandschutzbestimmungen geopfert werden.

Was städtebaulich am ORF-Zentrum wohl am meisten verblüfft, ist die Randlage zur Stadt. Roland Rainer war dieser Umstand bewusst und argumentierte mit den Verkehrsanforderungen - der Standort sei gar ein Beitrag zur Entlastung der innerstädtischen Gebiete. Die Lösung von damals ist derzeit ein Problem, das Kopfzerbrechen macht: In ein paar Jahren soll die Radio-Belegschaft von Ö1, FM4 und Ö3 zusätzlich zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der vier Fernsehsender auf den Küniglberg nach Wien-Hietzing pendeln.

Architektur: Roland Rainer
Endphase Errichtung: 1973
Adresse: 1130 Wien, Würzburggasse 36a

Gestaltung: Robert Gordon

Service

Mit der Sendereihe "Hundert Häuser" wird eine Geschichte Österreichs anhand seiner Architektur erzählt - vom Jahr 1918, in dem am 12. November die Erste Republik ausgerufen wurde, bis zur Gegenwart. Für jedes Jahr steht ein historisch bedeutendes, architektonisch spannendes oder eine Epoche prägendes Bauwerk, das in jeweils einem Radiobeitrag porträtiert wird. Zu hören ist die hundertteilige Reihe von Montag bis Donnerstag um 17:25 Uhr, von Mitte Mai bis 12. November 2018.

Backstage - Führungen im ORF-Zentrum

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