Inuit-Kinder gehen an einem Schild in Englisch und Inuit vorbei

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Letzte Worte

Was wir verlieren, wenn eine Sprache stirbt
Von Wibke Bergemann

Rund 7.000 Sprachen gibt es weltweit. Nie zuvor gingen so viele Sprachen verloren wie heute. Nach Schätzung der UNESCO wird zum Ende des 21. Jahrhunderts nur noch die Hälfte der heutigen Idiome existieren. Mit jeder Sprache, die ausstirbt, geht etwas Wertvolles unwiederbringlich verloren. Während die Hälfte der Weltbevölkerung eine der 19 großen Sprachen spricht, wie etwa Chinesisch, Englisch oder Spanisch, spricht die andere Hälfte der Menschheit eine der unzähligen kleinen und Kleinstsprachen, mit manchmal verblüffend einfachen Lösungen für komplizierteste Sachverhalte.

Ihre Verdrängung durch die jeweiligen National- und Kolonialsprachen hat sich beschleunigt, seit die kulturell dominanten Idiome nicht mehr nur von den Eliten gesprochen werden, sondern in alle Ecken und Schichten der Gesellschaften vordringen. Die betroffenen Gemeinschaften verlieren nicht nur ihre Sprache, sondern auch Identität und geistige Heimat. Dabei ist es oft erst die zweite Generation, der dies schmerzlich bewusst wird.

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