Europa im Umbruch

Der Spanische Erbfolgekrieg (1701 - 1714). Mit Friedrich Edelmayer, Institut für Geschichte, Universität Wien.
Gestaltung: Martin Adel

Seltsam wie "unterbelichtet" der Spanische Erbfolgekrieg hierzulande in der öffentlichen Wahrnehmung ist. Ganz anders etwa - auch ganz aktuell - in Katalonien, wo man mit dem Machtwechsel von den spanischen Habsburgern zu den Bourbonen den Verlust nationaler Eigenständigkeit betrauert - und ihn zum Anlass, Ausgangspunkt neuerlicher Bestrebungen zur Eigenstaatlichkeit nimmt. Eine vielleicht verständliche, aber doch regionale Sicht auf einen dynastischen Machtkampf, in den allerdings große Teile Europas involviert waren.

Die Schauplätze der kriegerischen Auseinandersetzungen zeigen es schon an: Sie reichen von Norditalien über deutsche Fürstentümer bis Süd-Spanien, ja sogar bis Rio de Janeiro. - Schließlich ging es bereits um Kolonialmacht und daraus abgeleitet, wirtschaftliche Vormacht. Wenn man außerdem bedenkt, dass in genau diese Zeit auch die "Vereinigung" Schottlands mit England fällt oder der Finanzplatz Amsterdam zugunsten Londons absackt, dann ist folgende These gar nicht so gewagt, wie sie klingt: Hier vollzieht sich die letzte große Weichenstellung für Europa vor der Französischen Revolution und insbesondere dem Wiener Kongress. Und bis auf Spanien (und die Katalanen und die Basken) haben eigentlich alle west- und mitteleuropäischen Mächte am Ende aus der Neuordnung Vorteile gezogen.

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