Leiden an Europa - leiden wir an Europa?

Im letzten unserer "Europa-Journal"-Sommergespräche geht es um das Verhältnis der Österreicher und der EU-Bürger insgesamt mit der Europäischen Union - vielfach gescholten, wenn es um Nettozahler-Diskussionen oder Bürokratiemoloch geht, sehr geschätzt, wenn kein Grenzbalken die Reisefreiheit behindert-die EU ist ein heftig diskutiertes Projekt, dem zusehends Kritik entgegengebracht wird; das Thema "Migration" z.B. spaltet Länder, die Politik und die EU-Bürger, rechtsnationale Strömungen in Ungarn oder Polen widersetzen sich den Grundsätzen der europäischen Politik, wonach Lasten gemeinsam zu tragen sind, Rechtssysteme unabhängig und Menschenrechte unteilbar sind. Dennoch gilt die Europäische Union als Erfolgsprojekt - kein Krieg innerhalb der Grenzen der EU, ehemalige Todfeinde wie Frankreich und Deutschland politisch und wirtschaftlich auf einer Linie und seit mehr als siebzig Jahren nicht in einen militärischen Konflikt verstrickt - das gab es noch nie.

Was also ist die Europäische Union? Mehr als ein wirtschaftlicher Zusammenschluss? Wie soll, wie muss Europa erzählt werden, damit es von den EU-Bürgern verstanden wird? Braucht es eine andere Kommunikation? Weniger Technokratie, mehr Emotion? Und was können Künstler zu einem solchen Dialog beitragen? Muss Europa eine Erzählung über die Demokratie werden? Darüber spricht Regina Pöll mit dem vielfach ausgezeichneten Schriftsteller Michael Köhlmeier - der von sich sagt: Er sei ein sehr politischer Mensch und immer schon für Europa gewesen.

Sendereihe