Freihausrelief

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Freie Fahrt durch Wien-Wieden

1936 - Freihaus auf der Wieden

Es war eine Stadt in der Stadt, die um 1936 nahezu dem Erdboden gleichgemacht wurde. Das Freihaus auf der Wieden war eine heruntergekommene riesige Wohnausanlage aus dem 17. Jahrhundert. Es hatte Platz für rund 1.000 Bewohner und beherbergte auch eine riesige Infrastruktur: hier gab es Handwerkerstätten, aber auch Geschäfte, Märkte, Stallungen, und sogar eine eigene Kapelle.

Zwischen Werkstätten, Beisln und kleinen Gärtchen fühlten sich auch kreative Köpfe wie etwa Mozart wohl. Er soll hier in einem Gartenhäuschen die Zauberflöte komponiert haben, erzählt der Historiker Andreas Suttner. Geopfert hat man das Freihaus letztendlich für den Verkehr. Um die Wiener Innenstadt mit der Margaretenstraße zu verbinden, ließ man die Operngasse verlängern und führte sie mitten durch das ehemalige Freihaus.

Grundlage für den Umbau war der Assanierungsfonds, den der Bürgermeister Richard Schmitz 1934 schuf. Er sollte aus Wien eine moderne Verkehrsstadt machen. Für die Umgestaltung der Gegend engagierte man, neben vielen anderen, Clemens Holzmeister, den Stararchitekten des Ständestaates. Doch viele "schwarze" Bauten an der Operngasse ähneln zum Teil jenen des Roten Wien.

Architektur: Gessner, Holzmeister, Kastner, Waage u.a.
Durchbruch Operngasse: 1936
Adresse: 1040 Wien, Operngasse

Gestaltung: Hanna Ronzheimer

Service

Mit der Sendereihe "Hundert Häuser" wird eine Geschichte Österreichs anhand seiner Architektur erzählt - vom Jahr 1918, in dem am 12. November die Erste Republik ausgerufen wurde, bis zur Gegenwart. Für jedes Jahr steht ein historisch bedeutendes, architektonisch spannendes oder eine Epoche prägendes Bauwerk, das in jeweils einem Radiobeitrag porträtiert wird. Zu hören ist die hundertteilige Reihe von Montag bis Donnerstag um 17:25 Uhr, von Mitte Mai bis 12. November 2018.

Das Freihaus in Wien auf StadtFilmWien

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