Frauenfäuste

AFP/FRANCOIS GUILLOT

Braucht es einen Aufstand der Frauen?

Ein Feminismus für die Gegenwart.
Gäste: Brigitte Hornyik, Mitbegründerin des Vereins Die Juristinnen; Sandra Nigischer, Journalistin und Obfrau des Frauenkarrierenetzwerks SORORITY; Schifteh Hashemi, Sozialökonomin und Sprecherin des Frauenvolksbegehrens 2.0.
Moderation: Elisabeth Scharang.
Anrufe kostenlos aus ganz Österreich unter 0800 22 69 79

In der Eintragungswoche für das Frauenvolksbegehren fragt Elisabeth Scharang eine Juristin, eine Sozialökonomin und eine Journalistin, wo wir im Diskurs um eine gleichberechtigte Gesellschaft stehen und warum der Feminismus mancherorts als Schreckgespenst kursiert.

"Die Vision des Feminismus ist nicht eine 'weibliche Zukunft'. Es ist eine menschliche Zukunft. Ohne Rollenzwänge, ohne Macht- und Gewaltverhältnisse, ohne Männerbündelei und Weiblichkeitswahn," sagte Johanna Dohnal, die 1990 zur ersten Frauenministerin Österreichs bestellt wurde.

Die Juristin Brigitte Hornyik hat zu Beginn ihrer Laufbahn für die damalige Ministerin Dohnal gearbeitet und war später für den Verfassungsgerichtshof tätig. Als 1998 das erste Frauenvolksbegehren in Österreich auflag, saß Brigitte Hornyik als juristische Expertin in den zuständigen Ausschüssen des Parlaments. "Es war ein mühsamer Prozess mit einem geringen Output. Das einzige greifbare Ergebnis 1998 war ein verwaschenes Bekenntnis des Parlaments zur tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern", erinnert sich die Juristin, die sich heute selbst als widerständige Pensionistin bezeichnet.

Zwanzig Jahre sind seit dem ersten Frauenvolksbegehren vergangen. Schifteh Hashemi ist eines der Gesichter der neuen Bewegung rund um das Frauenvolksbegehren 2.0. Wie hat sich aus ihrer Sicht als Sozialökonomin die Situation der Frauen auf dem Arbeitsmarkt und im gesellschaftlichen Leben seit 1998 verändert? Wo gab es Rückschläge, worin liegt für sie die wichtigste Forderung des aktuellen Frauenvolksbegehrens und hat die #Metoo-Diskussion eine nachhaltige Veränderung gebracht?

"Verstehst du keinen Spaß?" Oder: "Mittlerweise werden Männer diskriminiert". Oder: "Qualität statt Quote." Diese und andere Kommentare, die im Zuge von Debatten zur Gleichstellung fallen, haben die Mitglieder des Frauennetzwerkes Sorority unter die Lupe genommen und unter dem Titel "No More Bullshit!" ein Handbuch gegen sexistische Stammtischweisheiten gesammelt. Die Journalistin Sandra Nigischer, Obfrau von Sorority, will in diesem Buch versteckten Sexismen und unreflektierten Pauschalierungen Fakten entgegensetzen.

Elisabeth Scharang diskutiert mit ihren Gästen über unterschiedliche Auffassungen von Feminismus, über die Kraft von Frauennetzwerken und über die Frage: Braucht es einen Aufstand der Frauen, oder hat die Frauenbewegung ausgedient? Reden Sie mit: Rufen Sie in der Sendung an unter 0800 22 69 79 - kostenfrei aus ganz Österreich - oder schreiben Sie ein E-Mail an punkteins(at)orf.at.

Service

Buchpräsentation: No More Bullshit!
5.10.2018 um 19.30, Buchhandlung Thalia,
Landstraßer Hauptstraße, Wien

Sorority

Literatur:
Simone de Beauvoir: Das andere Geschlecht. Rowohlt, 1951
Gerda Lerner: Die Entstehung des feministischen Bewusstseins. dtv, 1998
Bad Feminist von Roxanna Gay: Bad Feminist. Harper, 2014
Laurie Penny: Meat Market und Unspeakable Things. Zero Books, 2011

Sendereihe

Playlist

Urheber/Urheberin: Otis Redding
Titel: Respect
Ausführender/Ausführende: Aretha Franklin with The Royal Philharmonic Orchestra
Länge: 02:37 min
Label: Rhino Entertainment

Urheber/Urheberin: Yasmine Hamdan
Titel: Deny
Ausführender/Ausführende: Yasmine Hamdan
Länge: 03:26 min
Label: Kwaidan Records/Crammed Discs

Urheber/Urheberin: Christopher Hütmannsberger
Titel: Kein Platz für Zweifel
Ausführender/Ausführende: Yasmo
Länge: 03:09 min
Label: ! Records

Urheber/Urheberin: Ani DiFranco
Titel: Shameless (Live)
Ausführender/Ausführende: Ani DiFranco
Länge: 04:36 min
Label: manus