Martina Ebm

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Martina Ebm liest Samanta Schweblin

"Weggehen". Von Samanta Schweblin. Aus dem Spanischen von Marianne Gareis. Es liest Martina Ebm. Gestaltung: Stefanie Zussner

Die Frau sitzt ihrem Mann gegenüber am Esszimmertisch und glaubt, sie müsste etwas sagen. Sie entzieht sich der Aussprache ohne genau zu verstehen, was mit ihr geschieht. Verlässt die Wohnung im Bademantel, ohne Schlüssel, geht durch den Haupteingang. Schließlich steigt sie in das Auto des Hausmeisters, den sie im Aufzug kennengelernt hat, und fährt mit ihm durch die Nacht. "Diese Flucht scheint etwas Besonderes an sich zu haben, aber was ist es?", fragt sie sich.

Samanta Schweblin, 1978 in Buenos Aires geboren, hat Filmwissenschaften studiert und ihre eigene Agentur für Webdesign geleitet, bevor sie sich 2002 ganz dem Schreiben zuwandte. Inzwischen lebt und arbeitet sie in Berlin. Ihre drei Erzählbände und ihr 2015 erschienener Roman "Das Gift" sind vielfach ausgezeichnet worden.

In ihrem neuen Erzählband führt die Autorin uns durch sieben bewohnte und doch geisterhaft leere Häuser. Dorthin, wo das Alltägliche von den Schreckensgebilden unserer Fantasie kaum zu unterscheiden ist. Das Wesen von Schweblins Erzählungen, die in der großen Tradition der argentinischen Kurzgeschichte stehen, besteht immer aus verstörenden Momenten, viele der Geschichten brechen einfach ab oder haben ein offenes Ende.

Service

Samanta Schweblin, "Weggehen" aus "Sieben leere Häuser", Erzählungen, aus dem Spanischen von Marianne Gareis, Suhrkamp Verlag, 2018

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