Kunst aus dem Kosmos

NHM: Auf der Suche nach Mesón de Fierro
Helene Belndorfer: Buch Wegwerfen ist eine Sünde

NHM: Auf der Suche nach Mesón de Fierro

Wie ein kosmisches Ready-made glitzert ein kleines Bruchstück eines Meteoriten in einer Vitrine im Naturhistorischen Museum. Nicht in einer jener langen Vitrinen, in denen die Exponate einer der weltweit größten Meteoritensammlungen dichtgedrängt neben einander liegen. Nein. Zwei Räume weiter erstrahlt der nur wenige Zentimeter große "A18" ganz für sich alleine in ungewöhnlichem Licht. Bei dem kleinen 19-Gramm leichten A18 handelt es sich um das einzige auffindbare Fragment des Meteoriten Mesón de Fierro, der vor 234 Jahre auf rätselhafte Weise vom Einschlagungsort im Norden Argentiniens verschwand und seither nie wieder gesehen wurde. Die argentinischen Künstler Nicolás Goldberg und Guillermo Faivovich begannen vor 12 Jahren, den verschollenen Meteoriten zu suchen, und es ist ihnen gelungen, einige Spuren des rätselhaften Meteoriten zu finden. In der Ausstellung "Auf der Suche nach Mesón de Fierro", die bis März im Naturhistorischen Museum zu sehen ist, erzählen Faivovich und Goldberg in einem geheimnisvoll abgedunkelten Raum und begleitet von indigener Musik aus der Region mit nur ganz wenigen Objekten eine große Geschichte. (Feldaufnahmen von Mataco und Chorote Gesängen der Chaco Region, aufgenommen und zusammengestellt von Jorge Novati und Irma Ruiz, 1965-70). Eine Geschichte im Spannungsfeld von Wissenschaft, Alltagskultur und Kunst.- Gestaltung: Sophie Menasse

Helene Belndorfer: Buch Wegwerfen ist eine Sünde

"Wegwerfen ist eine Sünde", so lautete einst das Motto einer ganzen Generation, die von Krieg und Sparsamkeit geprägt war - und so heißt auch das soeben bei Böhlau erschienene Buch von Helene Belndorfer. Die Zeithistorikerin zeichnet darin die österreichische Konsumgeschichte aus fast 100 Jahren nach. Als Basis für das Buch dienten Helene Belndorfer persönliche Geschichten unterschiedlicher Generationen, die dem Schreibaufruf der Einrichtung "Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen" des Instituts für Wirtschaft- und Sozialgeschichte der Universität Wien gefolgt waren. Konsum gilt bis heute als notwendiger Wirtschaftsfaktor, als treibende Kraft, aber auch Symbol über enthemmten, grenzenlosen Ressourcenverbrauch. Die Geschichte des Konsums ist jedoch auch eine Geschichte der Selbstversorgung. - Gestaltung: Jakob Fessler

Service

NHM
Instituto Nacional de Musicologica Carlos Vega
Helene Belndorfer
Wegwerfen ist eine Sünde. Österreichische Konsumgeschichten aus beinahe hundert Jahren.
Böhlau Verlag
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