Nomaden in der nubischen Wüste

EMIL WIMMER

Von Khartoum nach Karíma - Unterwegs im Norden des Sudan

Ambiente Spezial: Im Land der schwarzen Pharaonen. Eine Reise durch den nubischen Sudan. Von Emil Wimmer

Vor etwa 2.700 Jahren eroberten die Herrscher des nubischen Reiches Kusch Ägypten und stellten danach die Pharaonen der 25. Dynastie. Die "schwarzen Pharaonen" wurden sie später genannt, denn auf Wandreliefs in Tempeln und an Statuen ist ihre Physiognomie unschwer als schwarzafrikanisch zu erkennen. Hauptstadt war zunächst Napata am Nil, wo am Fuß des Jebel Barkal, des "heiligen Berges", noch heute die Ruinen des Amun-Tempels stehen. Als Grabdenkmäler wurden auch unter den "schwarzen Pharaonen" Pyramiden gebaut, insgesamt um die 200, mehr als in Ägypten. Besucht werden die Tempel und Pyramiden, trotz UNESCO-Welterbe-Status, allerdings selten, denn der heutige Sudan ist schwer zugänglich, nicht zuletzt aus politischen Gründen. Das hat aber auch zur Folge, dass sich im drittgrößten Land Afrikas vielfach eine urwüchsige Lebensform erhalten hat, an den Dörfern entlang der Lebensader, dem Nil, ebenso wie bei den Nomaden in der Wüste.

Abgesehen von Kordofan, auch nach der Abspaltung des Südsudan 2011 eine Unruheregion, ist es in anderen Teilen des Sudan zwar ruhig, doch die Sicherheitsmaßnahmen sind überall streng, außerhalb von Khartoum ist eine Reiseerlaubnis nötig, die wird an den häufigen Checkpoints regelmäßig kontrolliert. Die touristische Infrastruktur im drittgrößten Land Afrikas ist dünn gesät, dafür aber hat sich vielfach eine urwüchsige Lebensform erhalten. Emil Wimmer hat sich in die Dörfer entlang der Lebensader, des Nil, aufgemacht, aber auch zu den Nomaden in der Nubischen Wüste und zu den Ruinenstätten der "schwarzen Pharaonen", die einst nicht nur Nubien, sondern auch ganz Ägypten regierten.

Vor mehr als 4.000 Jahren entwickelte sich unweit des dritten Nilkataraktes die Kerma-Kultur, benannt nach dem unscheinbaren heutigen Ort Kerma. Unscheinbar sind auch die baulichen Überreste des Königreiches von Kerma, obwohl es sich dabei um die erste Hochkultur auf dem Boden des Sudan handelte. Am auffälligsten sind zwei unförmige, "Deffúfa" genannte Lehmziegelgebilde, die wegen ihrer Ausmaße beeindrucken.

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