Luftansicht ehemaliges Konzentrionslager Theresienstadt

Konzentrionslager Theresienstadt, "Kleine Festung" (c) AP/MILAN VACHA

Das Vorzeige-Lager

Ghetto Theresienstadt. Mit Dr. Vojtech Blodig, Deputy Director Terezín Memorial.
Gestaltung: Andreas Wolf

Von den Nationalsozialisten als Lebensraum unter "jüdischer Selbstverwaltung" für privilegierte, verdiente und alte Personen jüdischer Herkunft präsentiert, war der Ort Theresienstadt, nördlich von Prag, de facto eine Transitstätte für Deportationen in die Todeslager im Osten. Kein anderes NS-Lager wurde derart offensiv zur Täuschung über den Plan der Ermordung der europäischen Juden eingesetzt.

Das Leben im 1941 eingerichteten "Vorzeige-Ghetto" war geprägt von massiver Überfüllung, Unterernährung, Epidemien bei unzureichender medizinischer Versorgung, hohen Todesraten und willkürlicher Gewalt durch die SS. Demgegenüber stellte die NS-Propaganda den Ort als Referenz für die praktizierte "humane" Behandlung der Juden heraus, insbesondere nach Bekanntwerden der Existenz der Gaskammern in Auschwitz und von Details über den stattfindenden Massenmord durch alliierte Medien.

Die in das so bezeichnete "jüdische Siedlungsgebiet" verbrachten ca. 140-150.000 Jüdinnen und Juden stammten aus der Tschechoslowakei sowie aus Deutschland, den Niederlanden, Dänemark, Ungarn und Österreich. Mehr als 15.000 Menschen wurden aus Österreich in die ehemalige habsburgische Garnisonsstadt deportiert. Obwohl die Darstellungen eines bevorzugten "Alters- und Prominentenghettos" als Strategien für einen reibungslosen Ablauf der Beraubung, Deportation und Ermordung der jüdischen Bevölkerung dekonstruiert wurden, hielt sich nach 1945 die Legende, dieses Todes-Transitlager sei ein verhältnismäßig erträglicher Aufenthaltsort für Jüdinnen und Juden unter dem NS-Regime gewesen.

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