Dominika Meindl über verdrängte Hinterlassenschaften

"Die Raumforderung". Von Dominika Meindl. Es liest Florian Tröbinger. Gestaltung: Daniela Wagner-Höller.

Das Haus des Onkels ist völlig zugewachsen, der Garten verwildert. Seit dem Tod des Onkels ranken sich Sträucher und Gewächse aller Art an den Mauern empor bis unters Dach. Das Haus, in dem der Erzähler einige Jahre seiner Kindheit verbrachte, hat der Onkel seinem Neffen vererbt. Doch der einst liebevoll gehegte Besitz scheint jetzt unter wuchernden Pflanzen zu verschwinden. Im Inneren des Hauses hat sich eine Leere breitgemacht, und doch ist alles prall gefüllt: Zeitungsartikel, Zeitschriften, Bücher, Schallplatten - vom Onkel zeitlebens gesammelt und feinsäuberlich geordnet. Wohin mit dem, was bleibt nach dem Tod? Haben all diese Dinge mit dem Ableben des Besitzers ihren Dienst getan?

Dominika Meindl wurde 1978 geboren und lebt in Oberösterreich. Sie studierte Philosophie und Germanistik in Wien. Von 2006 bis 2008 arbeitete sie für die Oberösterreichischen Nachrichten, seitdem ist Meindl als freischaffende Journalistin und Schriftstellerin tätig. Sie ist Mitglied des Poetry-Slam-Vereins "Postskriptum" und von "Netzwerk Memoria". Im Herbst 2009 hat Meindl die erste Linzer Lesebühne "Original Linzer Worte" gegründet. 2010 ist ihr gemeinsam mit Klaus Buttinger verfasstes Buch "Die Sau. Ein voll arger Heimatroman" erschienen, im Oktober 2011 "In der Heimat der Fußkranken. Liebeserklärungen und Polemiken aus Oberösterreich".

Die Erzählung "Die Raumforderung" war auf der Shortlist des Alois-Vogel-Literaturpreises 2018. Am 15. Dezember wird sie erstmals veröffentlicht und zwar in der Literaturzeitschrift "Die Rampe".

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Dominika Meindl, "Die Raumforderung", Manuskript

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