Armenien: Aufbruch im Land der Steine

Vor 30 Jahren wurde die Kaukasusrepublik von einem schweren Erdbeben erschüttert. Wo steht das Land heute?
Gestaltung: Christoph Kersting

"Land der Steine", so nennen die Armenier ihre Heimat, weil es tatsächlich nicht viel mehr gibt in der kleinen Kaukasusrepublik als Berge und karge Hochebenen. Kaum Industrie, die Grenzen zu Aserbaidschan und der Türkei dicht, Abhängigkeit von Russland - auch politisch und wirtschaftlich befindet sich das Land in einer prekären Lage. Bis heute haben sich die Armenier auch nicht von dem schweren Erdbeben erholt, das Anfang Dezember 1988 mehr als 25 000 Menschen in den Tod riss.
In Gyumri, der zweitgrößten armenischen Stadt nahe dem Epizentrum, leben noch immer tausende Menschen in rostigen Containersiedlungen, weil es kein Geld für Wohnungen gibt. Hoffnung macht vielen Menschen im Land immerhin, dass nach wochenlangen Protesten in diesem Frühjahr die korrupte Machtelite in Jerewan verjagt wurde - in einer "samtenen" Revolution. Durch die Parlamentswahl am kommenden Sonntag möchte sich der neue Regierungschef, der Reformer Nikol Paschinjan, seine Machtübernahme auch durch das Volk legitimieren lassen.

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