Vergessene Geschichte

Buch Wolfgang Freitag: Der Fall Karl Horvath

Um die Geschichte von Karl Horvath zu verstehen, muss man die Zeit vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg begreifen. Man muss wissen, was es bedeutet, ein sogenannter "Zigeuner" zu sein. Wie das Leben in einem KZ organisiert war. Warum nach dem Krieg viele ehemalige Häftlinge aus dem KZ Mauthausen/Gusen in Oberösterreich blieben. Welche Situation sich dadurch im Raum Linz ergab, und wer warum vor das Volksgericht Linz kam. All das und noch viel mehr schildert der Journalist Wolfgang Freitag in dem Buch "Der Fall Karl Horvath - Ein Loipersdorfer "Zigeuner" vor dem Linzer Volksgericht", rund um dessen tragisches Schicksal.

Penibel recherchiert, sensibel wie auch spannend verfasst, zeichnet Freitag den Lebensweg des Rom Karl Horvath nach, der als "Asozialer", wie es offiziell hieß, 1939 nach Dachau deportiert, 1945 aus dem KZ Mauthausen/Gusen befreit und 1946 als vermeintlicher Kriegsverbrecher angeklagt und 1948 vom Linzer Volksgericht verurteilt wurde. - 1952 wurde Karl Horvath in einer Wiederaufnahme des Verfahrens freigesprochen. Sein anschließender Kampf um Rehabilitierung und finanzielle Entschädigung vervollständigen einen Lebensweg, der leider für Viele beispielhaft für Österreichs 20. Jahrhundert stehen könnte.

Als gebrochener Mann relativ früh verstorben, ist Karl Horvath am Buchcover mit dem Sohn jener Familie abgebildet, die ihn nach seinem Freispruch aufgenommen hatte. Das Foto wurde offensichtlich zur Erstkommunion des Buben aufgenommen und vermittelt fast tröstlich das Bild eines späten Familienglücks - oder lässt zumindest darauf hoffen. - Gestaltung: Roman Tschiedl

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