Poetische Gedankensprünge von Mathias Müller

"Birnengasse". Von Mathias Müller. Es liest: Karl Menrad. Gestaltung: Edith-Ulla Gasser

Mathias Müller, Bludenzer des Jahrgangs 1988, lebt in Wien. Mathias Müller forscht zu Ilse Aichinger, organisiert Veranstaltungen im Rahmen des Aichinger-Hauses, und übersetzt gemeinsam mit dem Verein "Versatorium" lyrische Texte zum Beispiel des amerikanischen Dichters Charles Bernstein, der italienisch- und ladinischsprachigen Südtiroler Lyrikerin Roberta Dapunt oder der deutsch-amerikanischen Poetin Rosmarie Waldrop; und arbeitete über Karl Kraus oder Thomas Bernhard.

Auch Mathias Müllers eigene literatische Texte zeugen von Sensibilität und Sprachverliebtheit. Sie zeigen in unaufgeregter Weise die Zusammenhänge zwischen der Welt, in der wir leben, und der Sprache, die wir für diese Welt (und für uns selbst) benutzen. Mathias Müllers Text "Birnengasse" verbindet die Natur mit uns Menschen, die wir Teil der Natur sind, aber eben doch ganz anders: zum Beispiel, weil wir die Sprache benutzen!

Mathias Müllers Texte sind stark assoziativ. Perspektivwechsel und Zeitsprünge bestimmen diese Art der lyrischen Prosa, die die kreativen Routinen des literarischen Übersetzens für gedankliche und formale Sprünge aller Art verwendet: zwischen Genres und Erzählhaltungen, zwischen Erhellung und subtiler Verwandlung. Und immer behält diese Sprache ein Eigenleben, changierend zwischen der sogenannten Wirklichkeit und der durch Sprache erschaffenen Menschenwelt.

Die gedicht-ähnlichen Prosapassagen des Wiener Autors waren in der Shortlist zum Alois-Vogel-Literaturpreis 2018.

Service

Mathias Müller, "Birnengasse", Manuskript, 2016

Sendereihe

Übersicht