Jemen - der blinde Fleck

Seit 2014 herrscht im Jemen ein nahezu vergessener Krieg - zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd-Rabbu Mansour Hadi und den schiitischen Houthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht.

Laut UNO bedeutet dieser Krieg die schlimmste humanitäre Krise weltweit: Mehr als 10.000 Menschen wurden getötet, unter ihnen tausende Zivilisten. Das Ausmaß des Hungers ist besorgniserregend, viele unterernährte Menschen, vor allem Kinder, sind bereits gestorben. Seit vergangenem Jahr verschärfen zunehmende Kämpfe und der Ausbruch von Krankheiten die verheerende humanitäre Lage im Land. Erst vor wenigen Tagen warnte die UNO eindringlich: Ohne Frieden drohe 2019 eine noch viel schlimmere Situation als heute. Die vergangene Woche in Stockholm ausgehandelte Waffenruhe für die umkämpfte Hafenstadt Hodeidah erweist sich zudem als nicht sehr tragfähig.
Wo liegen die Ursachen für den Konflikt? Ist er ein reiner Stellvertreterkrieg zwischen Saudi-Arabien und dem Iran, oder ist es komplizierter? Und wie könnte der Weg zum Frieden aussehen?

Darüber diskutieren:

Karim El-Gawhary, ORF Kairo
Gudrun Harrer, Nahost-Expertin, Der Standard
Laura Leyser, Ärzte ohne Grenzen Österreich
Alexander Weissenburger, Österreichische Akademie der Wissenschaften - Institut für Sozialanthropologie

Diskussionsleitung: Cornelia Krebs

Sendereihe